Elemental Masters
Es ist eines der ersten DSiware-Spiele aus Deutschland und noch dazu kommt es direkt aus der Hauptstadt. Doch jetzt erst einmal Lokalpatriotismus beiseite und auf ins Spiel mit den Elementen.
Ganz schlecht können sie nicht sein, die Mädels und Jungs von Lbxgames. Den Deutschen Entwicklerpreis für das Handyspiel Werner: Haat am Ball haben sie bereits eingesackt. Darüber hinaus wurde mit Marken wie Die Wilden Kerle und Spongebob Schwammkopf gearbeitet. Und das, obwohl es den unabhängigen Entwickler noch gar nicht so lange gibt. Eines der eigentlich ältesten Projekte ist {Elemental Masters}. Bisher war das noch immer unveröffentlicht. Zu kompliziert war es ein Handyspiel auf den Markt zu bringen. Plattformen wie DSiware und Iphone kommen den Berlinern da gerade recht. Da ist man sein eigener Chef, kann mit klaren Spezifikationen arbeiten und erreicht trotzdem eine relativ breite Masse.
{Elemental Masters} wurde also aus der Schublade gekramt und für den Nintendo DSi fit gemacht. Die Grundlage war ja bereits entwickelt. Das Spiel basiert auf den bekannten Fantasy-Kartenspielen. Das drei mal drei Felder große Spielbrett wird abwechselnd mit Karten bedeckt. Eine Karte hat an allen vier Seiten eine Zahl, die angibt, wie stark sie an der jeweiligen Kante angreifen oder verteidigen kann. Ist die Zahl an der entsprechenden Kante größer, fällt die feindliche Karte an uns. Greifen wir an und sie ist kleiner oder gleich, passiert nichts. Umgekehrt gilt das natürlich genauso.

{Elemental Masters} verpackt das Strategie-Kartenspiel in einen netten Storymodus.
Ergänzend dazu gibt es aber noch weitere Spielmechaniken, die die Komplexität erhöhen. So müssen vor jedem Spiel fünf Karten vom eigenen Vorrat ausgewählt werden, mit denen man ins Duell starten möchten. Am Ende des Duells bekommt der Gewinner, je nach dem, was festgelegt wurde, im schlimmsten Fall das gesamte Blatt von fünf Karten. Es lohnt sich also darüber nachzudenken, womit man den Kampf bestreiten will.
Dazu ist jede Karte einem Element zugeordnet: Wasser, Feuer, Wind oder Erde. Eine Rolle spielt dies aber erst, wenn das Spielbrett spezielle Elementfelder hat, die eins von ihnen um einen Punkt stärken und die anderen drei um einen Punkt schwächen. Es lohnt sich also, ein variables Deck an Karten zu besitzen. Zudem gibt es sieben verschiedene Zauber. Drei von ihnen sind je einem Charakter zugeordnet, vier können freigespielt werden. Da sie nur einmal pro Duell eingesetzt werden dürfen, hält sich die Macht dieses "Jokers" aber in Grenzen.
Wirklich anspruchsvoll wird {Elemental Masters} aber erst durch die drei variierenden Spielregeln. Normalerweise schlägt eine stärkere eine schwächere Karte. Dazu gibt es aber noch zwei ergänzende Regeln, die bei Aktivierung dann greifen, wenn bereits mindestens zwei Karten an das gewünschte Spielfeld angrenzen. Wird die Gleichheits-Regel angewandt, fallen gegnerische Karten auch dann an uns, wenn die beiden gebildeten Zahlenpaare identisch sind. Die Summenregel macht einen Sieg möglich, wenn die Zahlenpaare die gleiche Summe haben.
Das ganze funktioniert auch mit vier angrenzenden Karten und es müssen natürlich auch verstärkende und abschwächende Effekte durch Elementfelder berücksichtigt werden. Damit gewinnt am Ende nicht immer der Stärkere, sondern vielleicht einfach der Clevere, der seine schwachen Karten geschickt angelegt hat. Und gerade im späteren Spielverlauf, wenn der Schwierigkeitsgrad ansteigt, muss jeder Zug gut überlegt sein.

Die im Spiel verwendeten Grafiken sind wunderschön und detailreich.
Was {Elemental Masters} von den Standardtiteln dieser Art unterscheidet, ist die unterhaltsame Geschichte. Richtig ist, dass ein solches Spiel nicht auf eine Handlung angewiesen ist. Und fast ist es schon ein bisschen viel Text, der gelesen (aber auch übersprungen) werden kann. Aber die Geschichte eines Mannes, der sich völlig unsicher über seine Kräfte ist und erst im Verlauf erfährt, was es damit auf sich hat, lockert das Spiel erstaunlich gut auf.
Auch die wunderschön gezeichneten und detailierten Karten und Figuren sind es, die das Spiel zu etwas besonderem machen. Verzichtet wurde zwar auf jegliche Animation, aber dem Charme tut das keinen Abbruch. Genauso fällt die zu dunkel gewählte Farbpalette nicht wirklich ins Gewicht, nutzt man eben einfach die höheren Beleuchtungsstufen des Nintendo DSi aus. Soundtechnisch hebt sich das Spiel weniger ab. Die Musik ist, typisch für das Genre, kaum abwechslungsreich. Trotzdem geht sie gut ins Ohr.
Das Paket, das Lbxgames mit ihrem ersten DSiware-Spiel abliefern, ist fast rund. Über hundert Gegner und neunzig verschiedene Spielkarten sorgen für etliche Stunden Spielspaß. Die Präsentation ist hübsch, das Wichtigste aber ist, dass die Spielmechaniken gut ineinander greifen, um einen bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Dazu gibt es 87 Einzelherausforderungen, die unabhängig vom Storymodus anwählbar sind. Einzig der Mehrspielermodus ist etwas dünn. Vor jedem Spiel muss entschieden, welche Art von Karten und welchen Zauber man verwenden will, erst dann kann es los gehen. Ein schnelles Spiel fehlt ebenso wie die Möglichkeit, sich via Wifi-Connection mit anderen zu messen.
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