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Bulletstorm

Bulletstorm

Gamereactor hat sich mit dem Flieger in die USA aufgemacht, um Epic zu besuchen und sich in einen Kugelsturm zu schmeißen. Bulletstorm ist ein Spiel, das aus Sadismus einen unterhaltsamen Sport macht...

Epic hat uns rangelassen, an {Bulletstorm}. An ein erstaunliches Actionspiel, das von allem eine Extraportion zu haben scheint. Adrian Chmielarz, Creative Director bei Entwickler People Can Fly, arbeitet seit 2007 an dem Titel. Im Entwicklungsprozess mit dabei ist auch Rick Remender, eine Legende von Marvel, der normalerweise mit der Punisher-Serie arbeitet. Eine Serie, die sowohl für Action als auch für brutale Gewalt bekannt ist. Wieso gerade seine Erfahrungen perfekt passen, wird schnell klar.

{Bulletstorm} handelt von Grayson Hunt, einem Mann mit einem ungewöhnlich harten Job. Als Mitglied der Gruppe Dead Echo ist es seine Aufgabe, nicht nur den nächstgelegene Polizeibezirk gewaltfrei zu halten, sondern das ganze verdammte Universum. Ein harter Job. Hunt meutert deswegen, verlässt den Laden, wird ein gesuchter Verbrecher und verwandelt sich in Begleitung seines besten Kumpels Ichi Sato in einen versoffenen Weltraumpiraten. Hier endet sein Schicksal aber nicht. Während einer Weltraumreise trifft er zufällig seinen alten Arbeitgeber, das endet nicht gut und Hunt legt eine Bruchlandung auf dem Planeten Stygia hin - dem Weltraumäquivalent zu den Kanaren (nur ohne Sangria und Spanferkel).

Nachbrenner einmal anders, und 50 Bonuspunkte gibt's auch noch für die möglichst brutale Exektution.

Sein Pech nimmt sich hier allerdings keine Auszeit. Stygia ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Der ganze Planet ist total heruntergekommen und von Schurken übernommen. Stygia ist ein absolut gesetzesloser Ort, es scheint, als ob hier etwas schreckliches geschehen ist. Ein Planet wie gemacht für ein bleihaltiges Actionspiel. Es werden zwei Aspekte der Geschichte erzählt, zum einen, wie Grayson und Ichi vor Dead Echo fliehen, zum anderen das Schicksal des Planeten Stygia selbst, das ein paar richtig dunkle Geheimnisse und Wendungen in der Story birgt.

{Bulletstorm} arbeitet mit der letzten Version von Epics Unreal-Engine, und bei People Can Fly haben sie sich wahnsinnige Mühe gegeben, auch wirklich alles aus ihr herauszupressen. Stygia ist von einer wunderschönen Vegetation bedeckt, es gibt supercoole Wassereffekte und viele, kleine Details, die ein lebendiges Ganzes schaffen. Bei den exquisiten Lichteffekte will man fast auf die Knie fallen. Stellen wir uns ein total verlassenes Dubai weit in der Zukunft vor, in dem die Natur die Überhand gewonnen hat und wir habe eine gute Vorstellung von der vereinsamten Hightech-Landschaft.

Stygia ist ein richtiges Traumsetting für ein Actionabenteuer. Grayson und Ichi treffen auf schwerbewaffnete Soldaten ihres früheren Arbeitgebers, auf Wilde, die total das Konzept verloren zu haben scheinen und dann auch noch auf Riesengewächse, die einem ordentlich Ärger bereiten, wenn man nicht aufpasst. Dazu kommt ein ungewöhnliches, äußerst unschönes Klima, was in der Praxis bedeutet, dass man sich durch Unwetter wie etwa fiese Magnetstürme kämpfen muss.

Bei den exquisiten Lichteffekte will man fast auf die Knie fallen.

Epics Starproduzent Cliff Bleszinski ist natürlich auch an {Bulletstorm} beteiligt und sagt, dass er dieses Mal mit etwas gearbeitet hat, das er auf seine wenig bescheidene Cliffy-Art als "Circle of Awesome" bezeichnet. Die Idee ist, dass man die ganze Zeit mit unwahrscheinlich brutaler und krasser Action gefüttert wird, die dazu führt, dass man noch krassere und brutalere Dinge erreicht, die wiederum dazu führen, dass... nun ja, ist schon klar, oder? Die ganze Zeit überschlägt man sich in einem Hamsterrad aus Krassheit.

Das Skill Shot-System von {Unreal Tournament III} wird auch in {Bulletstorm} wieder benutzt und die Idee ist, dass wir richtig unschön sadistisch sein dürfen. Ein bereits unglaubliches Waffenarsenal kann mit Geld noch weiter ausgebaut werden. Geld, das wir damit verdienen, eine richtig fiese Person zu sein und mit dem Gegner zu spielen, wie eine Katze mit einer Maus herumplänkert, bevor sie zum Schmankerl des Tages wird. Ein Beispiel dafür, wie das aussieht, zeigt die Flail Gun. Das ist eine praktische Kanone, die große, mit Ketten verbundene Granaten abfeuert. Die Ketten nageln dann die Arme und Beine der Gegner am Boden fest. Oder warum sie nicht gleich an eine tödliche Pflanze tackern? Epic hofft, dass die Flail Gun ebenso unterhaltsam und beliebt sein wird wie das Lancer-Kettensägengewehr aus Gears of Wars.

Die Pflanzenwelt des Planeten Stygia ist bisweilen böse und extrem gefährlich - aber auch sehr interessant gestaltet.

Außer innovativen und kraftvollen Knarren stehen Grayson auch noch andere Mittel zur Verfügung: Er kann treten und mit einer Peitsche zuschlagen. Letztere zieht Feinde zu einem heran, schleudert sie weit weg oder dient der puren Schlägerei. Was in diesem Fall etwas Positives ist. Es gibt sogar Punkte dafür, so brutale Hinrichtungen wie möglich vorzunehmen. Wer zum Beispiel einen Gegner rücksichtslos direkt in einen Kaktus hineintrittst, kriegt die Belohnung "Bad Touch" und 50 Punkte, die den eigenen Charakter stärken. Die Entwickler haben mit etwas gearbeitet, das sie als kreatives Chaos bezeichnen. Die Idee ist, uns so viele Werkzeuge und Möglichkeiten geben, dass wir selbst spektakuläre Arten und Weisen erfinden werden, unsere Gegner über den Jordan zu befördern.

Aber es gibt nicht nur krasse Action in {Bulletstorm}. Wer lieber die üppigen Wälder und Ruinen einer nun verschwundenen Zivilisation erforschen will, auf den warten eine Menge Nebenaufträge. Diese füllen Lücken in der Story und erklären zudem langsam aber sicher, was dazu geführt hat, dass Stygia so total verfallen ist. Außerdem versprechen wir mehrere richtig fette Boss-Fights. Mit epischen Momente, die sich für immer ins Gedächtnis brennen. "Circle of Awesome" eben.

04 Gamereactor Deutschland
4 / 10