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Dead Space 2

Dead Space 2

Brauchen wir wirklich eine Fortsetzung von Dead Space? Ist es nicht perfekt, wie es war? Nun, in ein paar Wochen kriegen wir eine und wir werden unseren Kampf gegen Necromorphs, die Church of Unitology und Isaacs eskalierenden Wahnsinn fortsetzen. Und nach ein paar Stunden mit dem Spiel will man nur eins: endlich das komplette Abenteuer spielen.

Aber wie macht man einen Nachfolger für ein so beängstigendes und so gelungenes Game wie {Dead Space}? Visceral Games haben tatsächlich nur ein paar kleine, eher subtile Veränderungen eingefügt statt alles neu zu erfinden. Jeder Fan fühlt sich sofort zu Hause und ist mit den meisten Dingen in {Dead Space 2} sofort vertraut. Wir haben die USG Ishimura hinter uns gelassen, zu Gunsten einer riesigen Raumstation namens The Sprawl, gebaut auf den Reste des Saturnmondes Titan. Mit einer Million Einwohnern ist The Sprawl ein intergalaktischer Schmelztiegel bevölkert mit Normalos ebenso wie mit Fanatikern der Unitologen.

Wer {Dead Space} beendet hat, ist sich der Tatsache bewusst, dass Protagonist Isaac ein paar ausgewachsene psychische Probleme hat. In der Raumstation ist er folgerichtig Gast auf in der Psychiatrie, aber eine komfortable Verschnaufpause in einer Gummizelle kriegt er nicht. Necromorphs haben The Sprawl befallen und die Panik breitet sich schnell aus. Isaac kriegt die Entlassungspapiere und seine bisherigen Erfahrungen in der Necromorph-Zerstückelung sind fortan sehr, sehr hilfreich.

Während der ersten Schritte in {Dead Space 2} ist man fast völlig von Dunkelheit umgeben. Nur Issacs Visor und eine Flachbildschirme leuchten. Obwohl das Seeting neu ist, fühlt es sich heimisch an. Feuer, Chaos, Schreie und Wahnsinn - überall.

Necromorphs wohin das Auge blickt - zum Glück sind ihre scharfen Körperteile wenigstens nützlich.

Veränderungen fehlen natürlich nicht. Die Steuerung wurde neu und fein abgestimmt. Das Nachladen ist nicht mehr so ein Krampf, weil man nicht mehr zeitgleich zielen muss. Isaac wird deutlich mehr Zeit damit verbringen, durch Lüftungsschächte zu kriechen wie ein normaler John McClane, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Er darf nun auch scharfe Körperteile von toten Necromorphs abreißen und dazu benutzen, andere Feinde an die Wände zu nageln. Außerdem müssen wir ein paar Daten aus verschiedenen Computern sammeln und können ein Zimmer von seinen Möbeln und allen anwesenden Necromorphs befreien, indem einfach ein Fenster eingeschossen wird. Kurzum: Ein ausgezeichnetes Konzept wurde noch besser gemacht.

Die Umgebungen sind jetzt in der Regel besser ausgeleuchtet, dazu größer und vielfältiger, aber es gibt immer noch reichlich dunkle Ecken und enge Räume. The Sprawl scheint mehr Variation als die alte Ishimura zu bieten, denn mal ehrlich: {Dead Space} wurde nach acht, neun Stunden schon ein bisschen eintönig...

{Dead Space 2} soll ein deutlich längeres Spiel als sein Vorgänger werden, insofern lag es nahe, abwechslungsreiche Umgebungen zu schaffen. Ich habe verschiedene Büros gesehen, eine große Bibliothek, verschiedene Flure der Raumstation, eine waschechte Unitologen-Kirche und Teile eines Einkaufszentrums. Der Detailgrad und die Effekte sind dabei beeindruckend, überall passiert gefühlt etwas Dramatisches. Einen größeren Platz in The Sprawl zu betreten und dabei weit entfernt ein Shuttle in die Station stürzen zu sehen, das ein flammendes Inferno hinterlässt, sorgt jedenfalls für einen bleibenden Eindruck.

Ihhhhh! Gruseln gehört nach wie vor zum Geschäft - und auch Schreckmomente fehlen nicht.

Das Spiel mit dem sich verändernden Tempo der Inszenierung haben sie auch beibehalten. Einige Minuten der Ruhe und relativen Gelassenheit bedeuten meist einen bevorstehenden, frenetischen Sturm von Feinden, Lasern und Körperteilen. Am Ende stehen wir knietief zwischen abgetrennten Armen, Beinen und Köpfen der Weltraumzombies - und es ist genau das, was den Vorgänger {Dead Space} so beliebt gemacht hat. Die neuen Elemente der Variation nehmen nichts weg von der tollen Atmosphäre des Schreckens, die wir aus dem Original kennen. Und als ob eine Raumstation gefüllt mit Spacezombies nicht schon schlimm genug wäre, wird Isaac sich nun auch mit den Unitologen herumplagen müssen, die ein gesteigertes Interesse an seinen besonderen Fähigkeiten haben.

Es scheint zudem so, als ob die Regierung unten auf der Erde nicht allzu glücklich mit Isaac ist und ihn lieber irgendwo eingesperrt sähe. Die eigenen Leute jagen uns also auch. Einfach ausgedrückt ist Isaac in einer Welt der Unruhe unterwegs und es ist schwer zu sagen, was real ist, wenn man durch die Augen eines wahnhaft paranoiden Wahnsinnigen immer und immer wieder dessen persönlichen Alptraum erlebt.

{Dead Space} beeindruckte bereits mit Licht- und Schattenspielen, die Fortsetzung legt hier noch einen drauf. Dazu detaillierte Spielcharaktere, eingetaucht in wunderbar flackernde Lichtquellen, tolle Effekte und schöne Texturen. Wie gesagt: {Dead Space 2} kann nicht früh genug kommen.

04 Gamereactor Deutschland
4 / 10