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Nächste Spielekultur-Talkshow

Games Culture Circle lädt wieder ein

Nach der Veranstaltung im Oktober, wird von A Maze und dem Computerspiele Museum wieder zum Games Culture Circle geladen. In der abendlichen Talkshow wird diesmal am 13. Januar, ab 19.30 Uhr über das Thema Cheating, Mogeln, Schummeln und Betrügen diskutiert.

Eigentlich heißt es ja immer: Mogeln gilt nicht. Aber bei den Games ist das natürlich ein bisschen anders. Denn es geht nicht allein um leichteres Gewinnen, sondern auch darum, die Regeln zu umgehen, zu brechen und sogar neu zu definieren. Cheaten ist das Spiel im Spiel. Spaß macht, was verboten ist. Im Einzelspieler-Modus ist Cheating darüber hinaus oft geduldet oder sogar erwünscht. Manches Spiel kann nur unter Anwendung von Cheats vollständig (inklusive aller versteckten Level, Easter Eggs und Insider Gags) durchgespielt werden.

Wenn sich jedoch ein Spieler durch Cheaten in einem Multiplayer Game Vorteile gegenüber anderen verschafft, gilt das als moralisch zweifelhaft. Jemand, der Konfigurationen manipuliert oder Zusatzprogramme nutzt, spielt unfair gegenüber anderen, die ohne diese Tricks operieren und sabotiert das sorgältig ausbalancierte Gamedesign. Wenn sich niemand an die Regeln eines Spiels hält, macht es dann überhaupt Sinn, es zu spielen?

Und Cheats sind allgegenwärtig. Gemogelt und geschummelt wird aber nicht nur im Spiel, sondern auch in der Liebe und bei der Steuererklärung. Ist Morgenkaffee auch Doping? Unauthentische Munterkeit? Das Nicht-Cheaten könnte auch einüberkommenes Verständnis von Natürlichkeit sein. Sind künstliche Hüftgelenke Cheats? Herzschrittmacher? Silikonimplantate? Das Bezugssystem von Falsch und Richtig ist menschgemacht. Wer ist der Cheats-Richter? Wir? Ohne Regelbruch gäbe es oft keine Kreativität, keine Innovation. Aber was ist mit den Beschummelten? Und wo ist die Grenze zum Betrug?

Ziel ist wieder nicht das akademische Fachsimpeln, sondern authentischer Austausch von Erlebtem, Meinungen und Visionen. Beim GCC werden Geschichten erzählt, die jeder auf seine Art erlebt oder konzipiert hat. Spielen wir wirklich alle, ob analog oder digital? Das möchte der Games Culture Circle herausfinden. Denn die Wechselwirkung von Computerspielen und Gesellschaft ist größer als weithin angenommen.

Games Culture Circle: Cheating / Mogeln

Eingeladen sind:
Baden Pailthorpe, Medienkünstler (badenpailthorpe.com)
Daniel P. Schenk, Storyteller (danielpschenk.com)
Jasmin Orthbandt (pixeltamer.net / chawachawa.org)
Gavin Bain (hopelessheroic.get-ctrl.com)

Moderation: Uke Bosse

Ort:
.HBC, Karl-Liebknecht-Str. 9, 10178 Berlin (hbc-berlin.de)
Zeit:
Donnerstag, 13. Januar 2011 18:30 Uhr/ 5 Euro