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Angespielt: Xbox One Controller

Die E3 mag nicht besonders gut für Microsoft gelaufen sein, aber immerhin hat der neue Controller überzeugt - finden wir jedenfalls.

Für Microsoft war es eine furchtbare E3. Das lag nicht etwa an einer mangelhaften Qualität der Software. Wer auch immer mal behauptet hat, dass es am Ende allein auf die Spiele ankommen würde, hat ganz offensichtlich nicht den Einfluss eines deftigen Preisschildes auf der Konsole oder eines veränderten Besitzverhältnisses einkalkuliert. Doch trotz des Shitstorms, der seit Tagen über Microsoft tobte, gibt es auch Lichtblicke.

Als ich das erste Mal den neuen Xbox One Controller in die Hand nehmen darf, ist es schwer, die 40 Verbesserungen bzw. Änderungen gleich zu erkennen. Den ersten wirklichen Unterschied bemerke ich erst, als ich anfange zu spielen. Der neue Controller ist etwas kleiner. Das ist nicht unbedingt für jeden eine Verbesserung, aber das Gerät fühlt sich trotzdem großartig in den Händen an.

An die sensibleren Sticks muss man sich zwar erst gewöhnen.

Eine Menge Arbeit haben die Entwickler in die Rumble-Funktion des Controllers gesteckt. Vier kleine Motoren, von denen sich zwei hinter den Triggern befinden, sollen uns ein Gefühl für Richtung und Bewegung geben - zumindest in der Theorie. So würden wir etwa in {Forza Motorsport 5} genau spüren, welches unserer Räder von der Straße abkommt. Um ganz ehrlich zu sein, spüre ich davon wenig, als ich im Koenigsegg um die Kurven brettere. Ob das nun am Ende daran liegt, dass das Feature einfach zu subtil ist oder zu natürlich oder ob es vielleicht doch schlicht keinen wirklichen Einfluss hat - ich bin mir nicht sicher. Mag sein, dass die Funktion auch noch nicht vollkommen integriert wurde.

Die analoge Steuerung funktioniert großartig und ist ebenso griffig wie komfortabel. An die sensibleren Sticks muss man sich zwar erst gewöhnen, aber hat man diesen Punkt einmal überwunden, sollte man nicht zurückblicken. Die vorderen Knöpfe stehen etwas eng zusammen und ragen beinahe kaum über die Oberfläche des Controllers hinaus. Toll! Und obwohl wir noch keine Gelegenheit hatten, auch das Steuerkreuz sinnvoll im Spiel zu verwenden, fühlt es sich verbessert an.

Es gibt aber sofort einen Bereich, um den wir uns Sorgen machen. Denn obwohl sich die Trigger mit ihrem neuen Winkel ganz wunderbar anfühlen, kann man das gleiche leider nicht über die Schultertasten sagen. Das harte Plastik der Knöpfe fühlt sich einfach nicht griffig genug an und lässt den Controller reichlich billig wirken.

Der Controller fühlt sich an wie eine sinnvolle Erweiterung und Weiterentwicklung dessen an, was wir auf der Xbox 360 gespielt haben.

Wir haben auch die Möglichkeit, ein bisschen mit dem neuen Kinect herum zu spielen. Das fühlt sich bei unserem Ausflug in {Fantasia: Music Evolved} gut und wesentlich genauer als der Vorgänger an. Viel wichtiger ist aber, dass wir das Ganze in einem ganz gewöhnlichen Demo-Raum der E3 ausprobieren. Dort stehen wir recht nah zum Bildschirm und bekommen ein Gefühl dafür, wie viele Details Kinect 2 trotzdem verarbeiten kann. Bei Fantasia müssen wir wesentlich weniger ausschweifend sein, zumindest soweit es Gestiken betrifft.

Die Spiele, die wir mit dem Xbox One Controller ausprobieren durften - {Ryse: Son of Rome}, {Forza Motorsport 5} und {The Crew} - sind vielleicht nicht ideal, um alle Aspekte zu beurteilen. Im Nachhinein hätten ein paar Runden in Shootern da vielleicht für ein genaueres Ergebnis gesorgt.

Insgesamt hat uns der erste Kontakt mit dem neuen Xbox One Controller nicht gerade überwältigt. Er fühlt sich an wie eine sinnvolle Erweiterung und Weiterentwicklung dessen, was wir auf der Xbox 360 gespielt haben, zumindest soweit es die Steuerung betrifft. Das muss nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein.