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Kritiken
Aqua Panic

Aqua Panic

Bei Wasser werden sicher die Wenigsten panisch. Aber irgendwie ist es Entwickler Eko Software gelungen, trotzdem die tief verborgenen Aversionen gegen Wasser in uns zu wecken. Das muss nicht schlecht sein.

Dem ersten Eindruck nach könnte hinter {Aqua Panic} ein fieser Klon von {Loco Roco} stecken. Das Design zumindest erinnert optisch durchaus an den Sony-Puzzler. Spielerisch unterscheiden sich die beiden Spiele allerdings erheblich. Bei {Aqua Panic} wird nämlich nichts gekippt, sondern nur schlau kombiniert und mit den vorgegeben Werkzeugen gut gehaushaltet. Das Spiel lässt sich so gesehenen noch am ehesten mit dem Prinzip hinter {Lemmings} vergleichen.

Aus einer Art Aquarium fließen Fische samt Wasser. Exakt hundert Tiere. Am Ende des Levels, weiter unten, befindet sich eine Zielgerade, an dessen Rand riesige, gefräßige Fische warten. Unsere Aufgabe ist es, den Schwarm sicher zu leiten und dabei allen Hindernissen zu trotzen. Wenn ein paar Fische auf der Strecke bleiben, macht das meist nichts. Die angestrebte Zahl der Geretteten liegt meist bei rund achtzig Fischen.

Ein bisschen erinnert die Optik an {Loco Roco}...

Die Idee ist wirklich nett. Da sind Hilfsmittel wie Geschosse, die Löcher in den Boden sprengen und Pflanzen, die als Barrieren wirken. Doch es gibt noch mehr, darunter Harpunen, Lüfter, Kescher Köder und Froster. Platziert werden dürfen sie erst nach dem Start des Levels und dann sollte man sich auch gut überlegen, wann welches Werkzeug zum Einsatz kommt. Das richtige Timing ist nämlich enorm wichtig, um erfolgreich zu sein.

So ergeben sich am Ende viele Möglichkeiten, die scheinbar auch unterschiedliche Lösungswege bieten. Leider sind aber die Werkzeuge nur begrenzt einsetzbar und offenbar ziemlich genau abgezählt. Der Schwierigkeitsgrad mag anfangs noch in Ordnung gehen, steigt aber dann relativ schnell an. Etliche Fehlversuche und Frust bleiben dabei natürlich nicht aus. Die nette Comic-Optik und das Wissen, dass es irgendwie weitergehen muss, hält Puzzle-Freunde aber bei der Stange.

Und dann oft auch länger als einem lieb ist. Denn genau in dieser kniffligen Kombination aus Werkzeugvorrat und Timing liegt die Stärke von {Aqua Panic}. Die steigende Abneigung gegen das kühle Nass und dumme Fische heizt in gewisser Hinsicht ebenso an. Von so einem Spiel lässt man sich schließlich nicht vorführen - also wird getüftelt und gerätselt, wie sich die Dezimierung des Schwarms in Grenzen halten lässt. Und wenn es das letzte ist, was man tut...

...aber die Vielzahl an Werkzeugen passen eher zum Klassiker {Lemmings}.

Über achtzig Level hält das Spiel bereit - das heißt, beschäftigt ist bestimmt jeder eine ganze Weile. Und wer mit dem Abenteuermodus abgeschlossen hat, kann im freien Spiel durch das Einkaufen zusätzlicher Hilfsmittel seine Punktzahl erhöhen und auf Medaillen-Jagd gehen. Dazu lockt ein Survival-Modus, bei dem die Fische durch so viele Level wie möglich gebracht werden müssen. Die gespeicherten Highscores lassen sich dann übrigens in einer Weltrangliste miteinander vergleichen.

{Aqua Panic} ist kein Titel für die erste Reihe. Das sich hinter diesem Spiel am Ende aber solch ein ausgefuchstes Puzzlespiel versteckt, hätte ich nicht vermutet. Und auch der Preis von rund zehn Euro stellt - nur mal so zum Ausprobieren - eine relativ große Hürde dar. Aber wer das Genre mag, wird für das Geld eine gute Gegenleistung bekommen. Denn {Aqua Panic} ist leicht zu lernen, aber schwer zu meistern. Auch ohne Mehrspielermodus und trotz des Frustfaktors ist es am Ende ein kleines nettes Spiel, das zu unterhalten weiß.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
knifflige Rätsel, Bonbon-Optik
-
hoher Schwierigkeitsgrad