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Kritiken
Art Academy

Art Academy

Der Nintendo DS wäre heute nicht so erfolgreich, wenn es nur klassische Spiele für das Gerät geben würde. Auch Art Academy, eine Art mobiler Kunstkurs, tanzt da aus der Reihe. Dass aber Lernsoftware ebenfalls Spaß und Unterhaltung bringt, wissen wir spätestens seit Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging.

Bob Ross war es, der zwar die immer gleichen Landschaftsbilder mit derselben schnöden Technik auf die Leinwand brachte - aber trotzdem mit seiner lockeren Pinselführung all jene faszinierte, die selbst wenig begabt im Zeichnen waren. Nebenher mitmalen konnte man eigentlich nie, dazu war das Tempo der Sendung Bob Ross: The Joy of Painting viel zu hoch. Aber wer regelmäßig und aufmerksam zuschaute, lernte immerhin den einen oder anderen Kniff. Unvergessen beispielsweise seine Sonnenuntergänge mit ein paar Vögeln am Horizont. Oder die Art und Weise, wie er einen Baum malte.

Der Nintendo-Titel {Art Academy} macht nun Schluss mit diesem Defizit. Denn in jeder Lektion bestimmt man selbst die Geschwindigkeit und kann sich einzelne Arbeitsschritte immer und immer wieder anschauen. Der weißbärtige Künstler Vincent, der durch das Spiel führt, erklärt dabei nicht nur Grundsätzliches über das Zeichnen und Malen, sondern führt nebenher auch immer wieder Beispiele aus der Geschichte an. Noch so ein Bonus gegenüber Bob Ross.

Die Werkzeuge in Art Academy sind praktisch und einfach zu bedienen.

Erstaunlich gut geht dabei das Pinseln und Kritzeln selbst von der Hand. Auch feine Details lassen sich gut zeichnen. Es gibt drei Bleistiftstärken sowie die Option, mit der Spitze zu malen oder zu schraffieren. Wird mit Farbe gemalt, gibt es drei runde Pinsel und drei breite Pinsel. Dabei fühlen sich Bleistifte wie eben solche an und das Radieren scheint echt - ganz im Gegensatz zu den Werkzeugen, welche die meisten Grafik-Programme so bieten. Sogar das Farbenmischen wird noch einmal ausführlich erklärt. Das mag für Kenner des Farbkreises wenig interessant sein, aber glücklicherweise können Schritte auch verkürzt werden.

Es ist jedenfalls eine wahre Freude, den Kunstwerken beim Wachsen zuzuschauen. Mit jeder Lektion fühlt man sich besser und sicherer, so dass man sich irgendwann auch an eigene Bilder herantraut. Das Malen ohne den großen Meister ist natürlich richtig harte Arbeit. Vorher wurde jeder Schritt erläutert und neben dem Original-Motiv gab es den aktuellen Stand seines Kunstwerkes, das man im besten Fall nur abmalen musste.

Doch auch die Sache mit den eigenen Motiven ist für Nintendo DSi-Besitzer recht clever gelöst. Die eingebaute Kamera kann genutzt werden, um ein Bild aufzunehmen, dass man im Anschluss zeichnen oder malen möchte. Insbesondere bei beweglichen Motiven ist das mehr als hilfreich. Aber auch wer unterwegs das Bild vervollständigen will, wird dieses Feature sehr schnell schätzen. Wer nur einen normalen Nintendo DS besitzt, kann aber immerhin auf eine Sammlung von achtzig Bildern zurückgreifen.

Wie entsteht so eine Welle? Schritt für Schritt erklärt Maler Vincent die Vorgehensweise.

Einen großen Nachteil allerdings hat {Art Academy} in dieser Fassung: Ursprünglich wurde der Titel für DSiware in zwei Teilen zu je 800 Nintendo Points veröffentlicht. In beiden Spielen wurden die Bilder automatisch in der Galerie vom Nintendo DSi gespeichert. Da {Art Academy} nun für alle NDS-Besitzer nutzbar ist, wurde dieses Feature gestrichen. Bilder werden also direkt auf dem Modul gespeichert und können nicht mehr exportiert werden. Wer also einen DSi besitzt, sollte vielleicht über die Downloadvariante nachdenken, selbst wenn die beiden Fassungen zusammengenommen nur die Hälfte des Umfangs bieten, weil die zehn Mini-Lektionen und einige Zusatzmotive fehlen.

Zwanzig Lektionen bietet so nämlich die Modulvariante, und die sind für Anfänger tatsächlich sehr lehrreich. Aber auch wer nur noch trübe Erinnerungen an den Kunstunterricht hat, kann seine Kenntnisse auffrischen. Das freie Zeichnen und Malen hält ebenfalls eine Weile bei der Stange. Aber dass die Bilder nicht exportiert werden können, ist ein wenig frustrierend und reduziert das Spiel so auf den reinen Lernwert. Nützlich ist das trotzdem. Und wer weiß, vielleicht greift man im Anschluss an den Kurs zu echtem Papier oder einer echten Leinwand, um das erworbene Wissen direkt anzuwenden.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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lehrreich, funktioniert tadellos
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