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Fighter Within

Fighter Within

Ein Bewegungssteuerungsprügelspiel für das neue Kinect. Könnte schlimm sein. Oder taugt der zweite Versuch von Ubisoft nun doch etwas?

Es gab da dieses Kampfspiel zum Kinect-Launch auf der Xbox 360. Keine Ahnung mehr, wie das hieß. Den Namen verdrängt, vermutlich schon Tage später. Selbst danach suchen fällt schwer, weil ich keinen Entwickler wüsste, keinen Bestandteil des Titels. Und dann, klar. War auch von Ubisoft. {Fighters Uncaged}, klar. So hieß das - und toll war es nicht.

Zum Launch der Xbox One gab es {Fighter Within}. Auch von Ubisoft. Und nicht nur der Name ähnelt, auch das Spiel tut es. Eigentlich ist es sogar quasi eine Kopie von {Fighters Uncaged}, aber eine technisch verbesserte. Die Präzision des neuen Kinect macht sich schnell bemerkbar. Der Kämpfer auf den Bildschirm bewegt sich analog zu den eigenen Bewegungen, vieles wird relativ akkurat dargestellt.

Der Kampf wird seitlich dargestellt wie bei 2D-Prügelspielen üblich, mit einer dezenten Rotation der Figuren in die dritte Dimension, während man selbst quasi frontal auf den Bildschirm einprügelt. Klappt gut, die Schläge und Tritte anzubringen in verschiedenen Höhen. Nach fünf Treffern oder Blocks in Reihe ergibt sich die Gelegenheit für Powerangriffe oder heftige Konter. Dazu gibt es Ki-Energie, die wir durch eine bestimmte Pose aufladen in drei Stufen. Jede der drei Ki-Zellen lässt sich für bestimmte Angriffe nutzen, die natürlich unterschiedlich mächtig sind.

Die Animationen sind flüssig, das Kämpfen bringt Spaß, aber leidet eben an der fehlenden Finesse und Variation.

Leider sind die von der Künstlichen Intelligenz gesteuerten Gegner nicht besonders agil und schlau. Zwölf Charaktere gibt es, alle Prügelspiel-Klischees werden erfüllt. Es haut der Allrounder auf den dicken Kraftprotz, die schnelle Frauen hauen hektisch nach dem weisen, alten Opi. Mehrere Kampfstile sind vertreten, zumindest theoretisch. Denn in der Praxis gleichen sich die Manöver doch sehr, auch wenn sie unterschiedlich animiert sind. Die zehn Stages sind hübsch, aber alle ideenlos und sehr eindimensional konzipiert. Man kann aus dem Ring fliegen und einige wenige Elemente im Kampf nutzen. Dazu gehören Stangen, an denen man abspringen kann oder die sich aufheben lassen als Prügelstab. Dazu ein paar Würfe, ein Finisher und das war es dann auch schon...

Wer viele, viele Stunden durchhält, trägt irgendwann einmal den roten Gürtel und den 9. Dan. Hat dann aber vermutlich seinen Verstand verloren, weil er mit den immer gleichen Moves diesen Weg bestreiten musste. Eigentlich ein bisschen schade, denn {Fighter Within} spielt sich fast motivierend, je länger man spielt. Nicht so schlecht zumindest, wie ich zunächst gedacht hätte. Die Animationen sind flüssig, das Kämpfen bringt Spaß, aber leidet eben an der fehlenden Finesse und Variation.

Auch körperlich fordert es, obwohl man auch mit feinen, ruhigeren Aktionen zum Ziel kommt. Aber mit ausladenderen Bewegungen macht es einfach mehr Spaß. Als abendliche Fitnessrunde funktioniert das hier sicherlich ein Weilchen ganz gut, zumal es auch einen durchaus brauchbaren Zwei-Spieler-Modus gibt, für den man aber Platz zur Seite vor dem TV braucht. Ansonsten hat Kinect keine Zicken gemacht, im Gegenteil. Selbst bei abendlichen und dadurch schlechten Lichtverhältnissen gab es keine Ausfälle. Schade, dass die Menüführung immer noch unglaublich unpräzise umgesetzt ist.

Ansonsten hat Kinect keine Zicken gemacht, im Gegenteil. Selbst bei abendlichen und dadurch schlechten Lichtverhältnissen gab es keine Ausfälle.

Ein Totalausfall dagegen ist die "Story", die einem im Initiations-Modus verkauft wird, durch den man das Kämpfen nach dem Spielstart lernen soll. Schon das Intro ist reichlich merkwürdig. In einem Dojo sollen wir als britischer Junge Matt Gilford das Kämpfen lernen. Von jeweils zwei nicht synchronisierten, britisch labernden Standbildern erfahren wir, dass unser Vater Schläger und Alkoholiker war und wir schon früh ausweichen konnten. Für Muttersprachler läuft deutscher Text mit, der sich schnell durch schlimme Übersetzungen unbeliebt macht. Aus 3500 Jahren werden zum Beispiel 1500 Jahre. Man muss um irgendein Buch kämpfen, das eine mächtige Waffe ist. Ach, auch egal. Die Charaktere sehen wenigstens hübsch aus. Die Initiation ist nach etwas über einem Stündchen erledigt. Dann hat man die "Story" gespielt. Und gleich wieder vergessen. Aber dafür einen zusätzlichen, uralten Charakter zur Auswahl bekommen.

Nun kann man noch mit jeder Figur eine Arcaderunde gegen acht Typen spielen. Ist auch schnell erledigt. Dann noch den Schwierigkeitsgrad hochdrehen, um das Erlebnis künstlich zu verlängern. Besser wird es dadurch nicht, dass die Gegner nun gnadenlos blocken und ausweichen. Die Kämpfe wiederholen sich einfach zu schnell sehr stark. Außerdem kommt man mit den gleichen Mustern und Strategien sehr lange durch, bis die Gegner schwieriger werden oder man den Schwierigkeitsgrad gleich manuell hoch stellt.

{Fighter Within} ist kein großes Kino und schon gar kein Must-Have oder Argument für die Xbox One. Es ist wie schon der Vorgänger eine bessere Tech-Demo, die aber durch eine gelungene Umsetzung durchaus ihre Momente hat. Ich werde mich vielleicht noch bis zum Schwarzgurt durchkämpfen. Oder für die Fitness-Anflüge dann doch lieber auf {Xbox Fitness} umschwenken.

05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
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Nette Prügeleien, Kinect-Fähigkeiten überzeugen
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Wenig Moves in den Kämpfen, kaum Variation, kaum Inhalt und Optionen, schlimme "Story"