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From Dust

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Sonne, Strand und Meer - und dazu Lava, Flüsse, Tsunamis sowie bellende Dorfbewohner: From Dust ist das von Populous inspirierte, genreübergreifende Projekt von Eric Chahi, dem Macher von Another World. Was begeistert uns nur an einer Welt ohne Waffen und Gewalt?

Ist das alles? Es gibt es Wasser, Bäume, Lava, jede Menge Sand und kleine Eingeborene, die den Gefahren einer erdähnlichen, wechselhaften und brutalen Landschaft trotzen. Nein, viel mehr bietet {From Dust} nicht. Aber das, was wir sehen, gehört mehr oder weniger alles uns. Als Spieler sind wir eine nicht greifbare Macht in dieser buchstäblichen Sandkasten-Welt aus wogenden Meeren und ausbrechenden Vulkanen. Eine Macht, die diese Erde nach Lust und Laune manipulieren und umgestalten kann. Unser Ziel ist weder von Anfang an ersichtlich, noch ist es zunächst besonders wichtig. Ein großer Teil der Faszination an dem Gott-Spiel {From Dust} kommt irgendwann von selbst.

Das Spiel mit dem Sand scheint von Ausflügen an den Strand inspiriert, von Erinnerungen an das Graben von Wasserrinnen, an das Zusehen, wie sich die kleinen Rinnen bei Flut mit brackigem Seewasser füllen. Und so wie man am Strand zunächst relativ ziellos im Sand buddelt, funktioniert auch die simulierte Welt von {From Dust}. Sie ändert sich ständig durch das Wetter oder andere Einflüsse aus der Natur. Und natürlich auch durch unsere Spielereien.

Eric Chahi ist der kreative Kopf hinter dem Spiel. Das von ihm ebenfalls kreierte Action-Adventure {Another World} war 1981 seiner Zeit voraus und genießt bis heute einen Kultstatus. Auf der Gamescom zeigte er zusammen mit Producer Guillaume Bunier erstmals, wie das Spiel funktioniert und die Welt manipuliert werden kann. Wir schweben über der Stelle, von der wir etwas wegnehmen wollen. Auf Knopfdruck wird ein Teil des Sands in die Luft gezogen und formt sich zu einer perfekten, fließenden Kugel. Und genauso leicht wird man die aufgesammelte Ladung per Knopfdruck wieder los. Die Kugel zerfällt, ihr Inhalt ergießt sich auf den Untergrund, egal was sich dort befindet.

From Dust bietet eine Welt, in der wir mit den Elementen spielen und sie frei gestalten können.

Der Sand verhält sich dabei wie ganz gewöhnlicher Sand. Eine kleine Menge wird in einem Fluss etwa mitgerissen und kaum eine Veränderung bringen. Große Mengen aber sind durchaus in der Lage, den Fluss zu zwingen, sich ein neues Flussbett zu suchen. Auf die gleiche Weise kann man etwa auch Wasser, Lava oder Vegetation aufnehmen. Hier eine kleine Insel mit ein paar Bäumen, dort ein bisschen Lava im Wasser erkalten lassen und am Ende vielleicht doch alles niederbrennen und dann vom Wasser wegspülen lassen. Ein unglaublich einladendes Konzept - eben so spaßig wie die Spielereien am Strand.

Natürlich wäre so ein interaktiver Bildschirmschoner auf Dauer etwas ermüdend. Daher gibt es zusätzlich kleine Dörfer mit Bewohnern. So wie eben auch in {Populous}. Die einfach lebenden Eingeborenen sind für uns recht nützlich, denn sie haben spezielle Eigenschaften und können uns helfen, unsere Fähigkeiten zu erweitern. So sehen wir etwa, wie ein Schamane einen Tsunami voraussagt. Innerhalb einer festen Zeitspanne muss ein Dorfbewohner mit unserer Hilfe eine alte Ruine erreichen, durch die das Volk einen Tanz lernt, der das Dorf vor dem Tsunami schützt.

Aber auch wir gehen nicht leer aus. Ab sofort beherrschen wir das Wasser noch besser und können die Fließgeschwindkeit beispielsweise zeitweise stoppen. Kleine Skulpturen aus Wasser sind dann kein Problem mehr, auch wenn sie natürlich beim normalisieren der Geschwindkeit zerfließen. Mit der Zeit kann unsere Macht so wachsen und wir erlangen immer mehr Werkzeuge, um die Welt zu manipulieren. Die Dorfbewohner hingegen werden sich nie weiterentwickeln. Es ist nicht vorgesehen, dass sie sich kultivieren. Das Spiel soll die Verbindung zwischen Mensch und Natur symbolisch darstellen. Der Fortschritt bezieht sich dabei einzig und allein auf unsere Möglichkeiten, in die Welt einzugreifen.

Helfen wir den Dorfbewohnern, werden uns neue Kräfte geschenkt, die uns mächtiger machen.

Dennoch haben wir natürlich ein Interesse daran, dass es den Eingeborenen gut geht, denn nur so erweitern wir unsere Macht. Und im Verlauf erwarten uns da noch einige Aufgaben. Später etwa wird es möglich sein, neue Siedlungen zu gründen und von Zeit zu Zeit große Feste zu veranstalten. Unsere Aufgabe ist es, alle Dorfbewohner sicher zu dem Festplatz zu geleiten. Auch das Erkunden neuer Inseln und der Kontakt mit Tieren ist vorgesehen. In der Schublade liegen auch noch ein Editor und ein Mehrspielermodus - Chahi kann sich einen Koop-Modus gut vorstellen. Beides wird aber zunächst nicht Teil des Spiels sein. Bevor man sich da an die Arbeit macht, will man erst die Resonanz in den Downloadportalen abwarten, wo der Titel im kommenden Jahr erhältlich sein wird.

Es bleibt trotz dem bereits bekannten {Populous} eine spannende und erfrischende Spielidee. Die Macht über die Welt, über Natur und Menschen. Je stärker wir werden, desto mehr Einfluss haben wir und können natürlich damit Gutes tun oder alles gegen die Wand fahren. Und obwohl der Titel im Gegensatz zu vielen anderen Spielen auf der Gamescom ohne Waffen und Gewalt auskommt, übt er eine nicht zu unterschätzende Faszination auf uns auf. Einfach nur herumzusitzen und mit ein bisschen Sand zu spielen, kann tatsächlich unglaublich befriedigend sein. Wir sind schließlich Gott und ohne uns passiert hier sowieso nichts.

04 Gamereactor Deutschland
4 / 10