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Kritiken
Globulos Party

Globulos Party

Das französische Videospiel-Festival Milthon wählte es zum Handheldspiel des Jahres. Und nicht ohne Grund ist es vor allem der Multiplayer, der die Jury begeisterte. Und das Beste: Globulos Party gibt es nicht für das Iphone.

{Globulos Party} hantiert auch mit vielen Bällen. Die kleinen, farbenfrohen Kugelgesichter verhalten sich im Spiel ein wenig wie Boccia-Kugeln. In den zwanzig verschiedenen Minispielen stoßen sie aneinander und sorgen damit wechselweise für gute oder schlechte Laune. Trotz der recht ähnlichen Steuerung spielen sich alle Disziplinen am Ende anders und manche sind dabei sogar von richtigen Sportarten abgeleitet.

Alle Varianten basieren also auf der gleichen Steuerung. In Vorbereitung zur eigentlichen Runde werden Kugeln zunächst markiert und dann in eine Richtung gezogen. Der dabei entstehende Pfeil gibt auch an, mit welcher Kraft sich die Kugeln bewegen. Dieser Vorgang sollte natürlich idealerweise erledigt sein, bevor die kurze Zeitleiste abgelaufen ist.

Danach werden gleichzeitig die eigenen und die gegnerischen Kugeln losgejagt. Bei jedem Zug sollte also auch überlegt werden, was der Kontrahent plant und welches Ziel er möglicherweise verfolgt. In einigen Varianten gibt es zudem Königskugeln. Die gehören zwar zur eigenen Mannschaft, aber können sich nicht selbst bewegen, sondern nur durch das Anstoßen von normalen Kugeln.

Beim Spielchen Bomber-König zum Beispiel legen nicht wie in der regulären ebenfalls enthaltenen Variante die Kugeln dort in der kommende Runde eine Bombe ab, wo sie gerade stehen geblieben sind, sondern nur der König. Da dieser aber demnach jede Runde bewegt werden muss, da er sich sonst sprichwörtlich sein Grab selbst schaufelt, wird es knifflig. Zumal das Spielfeld von Zug zu Zug dank der Bomben immer löchriger wird und der Gegner einem auch noch in die Quere kommen kann.

Die Bälle müssen zunächst in die gewünschte Richtung gezogen werden. Je länger der Pfeil, desto mehr Kraft steckt dahinter.

Von den klassischen Sportarten wurde beispielsweise Volleyball umgesetzt. Auf dem Platz befinden sich jeweils drei der kleinen Kugeln in farblich unterscheidbaren Feldern. Auf der Linie in der Mitte liegt der Volleyball. Nur er kann die Linie überqueren - die Spielfiguren sind auf ihr Feld begrenzt. Ziel ist es, den Ball ins gegnerische Feld zu bewegen, so dass er dort liegen bleibt und sich am Ende der darauf folgenden Runde auf jeden Fall auch auf der gegnerischen Seite wiederfindet.

Dafür ist es nötig, auch ein wenig um die Ecke zu denken: Kugeln also zunächst über die Bande zu spielen, damit sie zeitlich versetzt am Netz ankommen, um den dann bereits zurückrollenden Gegner den Ball entgegen zu schmettern. Beim Volleyball gibt es dazu noch einen zweiten Volleyballplatz im Auswahlmenü, der den Spaß noch verrückter macht. Hier sind die Spielbereiche nur halb so groß, dafür aber ist im Rücken noch ein gegnerisches Feld und wir haben eins im Rücken des Gegners. Pro Feld gibt es zwei Spielbälle, also vier pro Mannschaft.

Die zwanzig Varianten spielen sich alle recht unterschiedlich und erfordern andere Herangehensweisen. Beim Fußball muss der Ball in ein Tor geschossen werden, das mit einer Fallgrube ausgestattet ist. Vorsicht ist also geboten, wenn die eigenen niedlichen Kugeln zu nah ans Tor herankommen. Umgekehrt können so aber auch unliebsame Kontrahenten "gefoult" werden. Und auch beim Fußball gibt insgesamt drei Plätze zur Auswahl, die das Spielgefühl etwas verändern.

Und so zieht es sich auch durch die andere Varianten, unter denen auch lustige wie Sumo und Tic-Tac-Toe sind. Bei Sumo muss ein großer Sumo-Kugelkönig von drei eigenen Kugeln beschützt werden und gleichzeitig der gegnerische aus dem Ring gedrängt werden. Bei Tic-Tac-Toe handelt es sich um eine Abwandlung des auch unter Drei Gewinnt bekannten Spiels. Der Kugelkönig markiert am Ende der Runde das Feld, auf dem er liegt, mit einem Kreuz beziehungsweise einem Kreis. Drei davon müssen wie üblich in eine Reihe gebracht werden, um zu siegen.

Auch Sumo und Tic-Tac-Toe sind mit dabei. Trotz der ähnlichen Steuerung spielen sie sich sehr unterschiedlich.

Selbst ein Minispiel, bei dem eine Rally simuliert wird, ist enthalten. Die Kugeln müssen in einer bestimmte Reihenfolge über sechs Ziellinien fahren, die gleichmäßig über die beispielsweise als acht angelegte Strecke verteilt sind. Für jede gemeisterte komplette Runde gibt es einen Punkt und jedes der beiden Teams hat drei "Fahrer" zur Verfügung. Und ja, es spielt sich genauso verrückt wie es klingt. Gegnern ausweichen oder sie gezielt rammen, wenn sie versuchen in umgekehrter Richtung an einem vorbeizukurven.

Drei Jahre Entwicklungszeit in Eigenregie wurde in das Produkt gesteckt, was übrigens in ähnlicher Form auch als Browserspiel mit kostenpflichten Elementen immer noch im Netz verfügbar ist. Oder aber als Facebook-Applikation Globulos Challenge, bei der das Fußball-Minispiel mit 25 Herausforderungen gezockt werden kann. Letzteres wäre natürlich auch eine nette Erweiterung für das DSi-Spiel gewesen, aber der Umfang geht auch so in Ordnung. Was sich aber grundlegend unterscheidet ist die Präsentation. Für den Nintendo DSi hat das Spiel hübschere Grafiken bekommen und die kleinen Bällchen sehen tatsächlich noch niedlicher aus. Und als Goodie können noch 60 weitere spielbare Gefährten freigeschaltet werden.

Es ist wirklich Wahnsinn, was Entwickler Globz hier geschaffen hat. Ein echtes Kleinod für DSiware, das einen dazu etliche Stunden beschäftigt. Was andere einzeln verkaufen würden, hauen die Jungs als ganze Sammlung für schmale 500 Nintendo Punkte raus. Und auch beim Mehrspielermodus bleibt die Wahl, wie man spielen will. Abwechselnd an einem DS, mit zwei Geräten via DS-Download oder eben auch im WiFi-Duell mit mehreren {Globulos Party}-Games. Nur Online darf nicht gefeiert werden - aber für eine echte Party ist das vielleicht auch ein bisschen zu anonym.

09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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abwechslungsreich, umfangreich und absolut niedlich
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kein Onlinemodus, keine Highscore-Jagd