Maia
Via Steam Early Access haben wir einen ersten Blick auf Maia geworfen. Das Management-Spiel hat Potenzial, aber noch einen weiten Weg vor sich.
Das Leben als {Maia}-Kolonist ist hart und gnadenlos. Sollte der gigantische, schwebende Handschuh etwa vergessen, den Atmosphären-Generator zu betreiben, ist man bewusstlos, bevor man überhaupt etwas merkt. Und das Spiel kann ebenso gnadenlos zu uns, dem Spieler sein, der diesen Riesenhandschuh steuert. {Maia} ist via Steam Early Access am Start. Und wenn es die Versionsnummer 0.39.1 noch nicht deutlich genug gemacht hat: Entwickler Simon Roth hat noch jede Menge Inhalte und Ideen, die vor dem Release noch verbaut werden wollen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Das Grundprinzip von {Maia} ist einfach. Wir bauen eine Kolonie bestehend aus unterschiedlichen Räumen und Ausstattungen auf. Das Ziel ist es, unserer Crew ein gutes Leben zu ermöglichen und eine blühende Zivilisation zu erschaffen. Unser vertrauensvoller Roboter zertrümmert derweil Steinformationen in Sekundenschnelle, damit wir die Station ausbauen oder Mineralien einsammeln können. Warum vertrauen wir in solchen Situationen eigentlich immer Robotern, frage ich mich. Hat uns Hollywood gar nichts gelehrt? {Maia} ist eine Mischung aus {Die Sims} und {Dungeon Keeper} im Weltraum mit viel quirligem und unterhaltsamen Humor.
{Maia} warb hat sowohl auf Kickstarter wie auch Indiegogo Geld eingesammelt und erhielt so jede Menge Aufmerksamkeit und Presse. Klar sind wir deshalb besonders neugierig, wie gut sich der Titel zum aktuellen Zeitpunkt macht. Nach dem Start des Spiels erwartet uns aber erstmal ein kleines Tutorial, das sich beinahe schon wie eine Parodie auf Tutorials anfühlt. Statt uns mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen durch die ersten Aufgaben zu führen, gibt es riesige Textblöcke. Zwischen denen müssen wir Aufgaben innerhalb von 15 Sekunden lösen. Oder es zumindest versuchen. Pro-Tipp: Mit [Strg+t] lässt sich das Ganze überspringen. Ein weiteres Problem lauert aber schon hinter der nächste Ecke. Unser Cursor, der gigantische Handschuh, schafft es leider nicht, das Hauptmenü am unteren Ende des Bildschirms zu erreichen. Nach ein bisschen Rumprobieren finden wir zumindest die Kurzwahltasten - ideal für den Überblick ist das aber mit Sicherheit nicht. Am Ende spielen die meisten vielleicht aber ohnehin mit der Tastatur.


Oftmals bemerken wir deshalb gar nicht, wenn wir etwas falsch machen - hoffentlich tatsächlich eine bewusste Design-Entscheidung...
{Maia} ist eines dieser Spiele, die sich damit brüsten, uns nicht an die Hand zu nehmen. Es ist leicht, Fehler zu machen, eine Tür am falschen Ort zu platzieren oder es zu verpatzen, die erbaute Werkstatt mit der Werkbank für die Bewohner durch eine Tür zugänglich zu machen. In der derzeitigen Version gibt es nur wenig Feedback vom Spiel. Oftmals bemerken wir deshalb gar nicht, wenn wir etwas falsch machen. Wir gehen im Moment erst einmal davon aus, dass es sich dabei um eine Design-Entscheidung handelt.
{Maia} stellt uns wohl deshalb vor so harte Herausforderungen, weil wir beim Bestehen dann tatsächlich das Gefühl haben, etwas erreicht zu haben. Andererseits wäre ein bisschen mehr Feedback nicht schlecht. In den ersten Stunden schlagen wir uns damit rum, die Räume richtig auszurichten und weder Lager noch Labor oder sonstwas zu vergessen. Gerade im Labor findet das Leben eines Bewohners dann ein jähes Ende - vermutlich wegen des Mangels an Sauerstoff. Trauriger ist noch, dass er gerade damit beschäftigt war, das Labor aufzubauen - obwohl Forschung in die aktuelle Version noch gar nicht implementiert wurde.
Für einen Kauf des Spiels ist es noch etwas früh, zumindest für all jene, die ein brauchbares Produkt erwarten. Zum jetzigen Zeitpunkt würdet ihr mehr investieren, als ihr am Ende wirklich raus bekommt. Im Grunde gibt es aber genau dafür Steam Early Access - damit Gamer, die Interesse daran haben, dem Entwickler zu helfen, ein Projekt in die richtigen Bahnen lenken. Und selbst in diesem frühen Stadium lässt sich leicht erkennen, wie groß das Potenzial von {Maia} ist. Obwohl der Sandbox-Ansatz sicher auch seine Vorteile hat, fehlen noch ein wenig die Leitung und die Ziele bzw. Aufgaben.
{Maia} wirkt wie ein Management-Spiel, das auf dem Science-Fiction-Konzept der 1960er Jahre aufbaut. Einige werden sicher finden, dass das Design fade wirkt. Es passt allerdings perfekt zu dem, was hier umgesetzt werden soll. Wenn die Grundmechaniken ausgereifter sind, hoffen wir auf mehr Charaktere und eine dichtere Atmosphäre. Morgen werden wir {Maia} wohl nicht wieder starten. Einen neuen Versuch wird es aber spätestens nach ein paar Updates geben - auf die sind wir schon jetzt gespannt!