Gamereactor

Gamereactor
Kritiken
Picross e2

Picross e2

Rätselfreunde werden im Eshop für den Nintendo 3DS schnell fündig. Und für Picross-Freunde gibt es inzwischen sogar noch mehr Futter.

Nonogramme werden auch japanische Rätsel oder einfach Picross genannt. Erfunden wurden die Logikrätsel von der Japanerin Non Ishida im Jahr 1989 und es handelt sich dabei um binäre Bilder, die wie kleine Pictogramme aussehen und über logische Schlussfolgerungen gelöst werden können. Nintendo inzwischen bereits mehrere Spiele mit diesem System veröffentlicht. Unter anderem Mario's Picross im Jahr 1995 für den Game Boy und {Picross DS} für den Nintendo DS im Jahr 2007. Inzwischen gibt es viele Titel für verschiedene Plattformen und auch in Zeitschriften gibt es manchmal Nongramme..

Wir haben vor uns eine meist quadratische Form bestehend aus vielen kleinen Kästchen. Jedes Kästchen kann nun zwei Zustände annehmen: leer ausgefüllt. Zunächst sind natürlich alle Kästchen leer, aber über Zahlen an der oberen und der linken Kante wissen wir, wie viele der Felder ausgefüllt werden müssen. Steht beispielsweise auf der linken Seite die Zahl 15 und ist unser Picross exakt 15 Felder lang, werden alle Felder ausgefüllt. Stehen dort beispielsweise zwei Zahlen, 2 und 12 in dieser Reihenfolge, dann ist die Reihen dennoch eindeutig lösbar. Zwei Felder und zwölf Felder müssen ausgefüllt werden. Damit sie unterscheidbar sind, muss mindestens ein Feld dazwischen leer bleiben. Daraus ergibt sich also, dass alle 15 Felder eindeutig belegt sind.

Das Spielprinzip ist gleich, nur der Umfang wurde etwas erhöht.

{Picross e2} funktioniert grundsätzlich genauso wie der Vorläufer Picross e. Wir können zwischen Touch- und Tastensteuerung wählen. Mit dabei ist ein ausführliches, optionales Tutorial. Und alles ist in steriler, heller Optik gehalten. Wieder sind enthalten sind auch 150 verschiedene Picross, die unterschiedliche Schwierigkeitsstufen beinhalten. In den kniffligen Rätseln reicht es nicht, einfach nur die Felder auszufüllen, sondern es muss mit deutlich mehr Köpfchen an die Sache herangegangen werden. Allerdings ist es wieder möglich, uns bei einigen Aufgaben Tipps geben zu lassen. Das Spiel zeigt uns dann zwar keine Lösung an, aber es weist auf jene Reihen hin, die wir im Moment lösen können.

Außerdem ist es bei vielen Nonogrammen möglich, dass wir uns zum Spielbeginn eine Reihe und eine Spalte lösen lassen. Mit dieser Starthilfe ist das Rätsel deutlich schneller gelöst. Und in Kombination mit der Rätselhilfe ist eigentlich jede Aufgabe lösbar. Beide Funktionen lassen sich aber auch deaktivieren. Einen Bonus gibt das Spiel uns dafür nicht, aber es ist natürlich die persönliche Herausforderung jede Aufgabe ohne Spielhilfen zu lösen. Wer dann aber doch feststeckt, kann sich zumindest einen Denkanstoss geben lassen. Zudem sind die Hilfen in manchen Nonogrammen deaktiviert.

Obendrauf gibt es von Entwickler Jupiter einen neuen Spielmodus mit dem Namen Micross. Diese Variante bietet fünf zusätzliche Rätsel, die allerdings kleine Mamutaufgaben sind. Das Feld ist nämlich 80 mal 80 Felder groß und wurde in viele kleine Nonogramme zersplittert. Zunächst lösen wir eine Aufgabe auf einem 8 mal 8 großem Feld für den groben Umriss und dann folgen um die 40 weitere Aufgaben auf 10 mal 10 großen Feldern. Am Ende haben wir dann nicht nur ein kleines Pictogramm als Lösung, sondern ein schönes Bild - hinter jedem der fünf Micross-Rätsel verbirgt sich nämlich ein bekanntes Gemälde.

Im Micross-Modus arbeiten wir uns vom großen Ganzen bis ins Detail vor.

Natürlich ist es schön, dass es eine neue Spielvariante gibt. Nicht so schön ist aber, dass durch die relativ kleinen Einzelrätsel der Schwierigkeitsgrad eher niedrig ist. Und weil es sich um sehr bekannte Gemälde handelt, wissen wir schon früh, um welches Motiv es sich handelt. Damit kehrt relativ schnell Langeweile ein und wir quälen uns oft nur noch bis zum Ende. Da es weiterhin nicht möglich ist, seine Bestzeiten mit Freunden zu teilen, macht das Micross besonders nervig.

Der Umfang des Spiels liegt übrigens trotzdem weiterhin hinter Mario's Picross, das für Virtual Console auf dem 3DS verfügbar ist, und {Animal Color Cross}, das es für DSiware gibt. Aber bei einem Spiel mit dem man trotzdem fast zwanzig Stunden Zeit vertrödeln kann, ist ein Preis von rund fünf Euro natürlich trotzdem in Ordnung. Damit kostet der Titel genauso viel wie sein Vorgänger, bietet aber dank der neuen Spielvariante noch mehr Umfang. Drei Stunden mehr können wir mit {Picross e2} verbringen. Wie unterhaltsam diese aber sind, muss jeder selbst für sich entscheiden.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
unzählige Stunden Rätselspaß, bekanntes Spielprinzip, gute Einführung
-
immergleiche Musik, kein Charme, neue Spielvariante Micross schnell öde, keine Online-Unterstützung