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Playstation 4

Wir haben nun mehr als eine Woche mit dem Nachfolger der PS3 verbracht. Jetzt verraten wir euch, was uns gefällt an der PS4, was eher nervt - und alles dazwischen.

Selbst nach ein paar Tagen erwischen wir uns immer wieder dabei, wie wir die Konsole von Zeit zu Zeit einfach nur anstarren. Sie mag zwar eine grundsätzlich recht einfache Form haben, aber es ist trotzdem das typische Playstation-Design, das stilvoll zu einem kantigen Stückchen Kunst verbaut wurde. Es ist eine Konsole, die man gern zeigt. Und wie die beiden Vorgänger, können wir die Playstation 4 auf Wunsch und mit der Hilfe von kostenpflichtigem Zubehör auch vertikal aufstellen. Die flachen Seiten sind zwar breit genug und lassen den Turm problemlos stehen. Der passende Ständer sollte dennoch angeschafft werden, denn schon ein unvorsichtiges, etwas kräftigeres Anstupsen genügt, um das Gerät ohne Ständer zu Fall zu bringen.

Eine glänzende Fläche mit Klavierlack schimmerte uns übrigens nur auf Vorführungsveranstaltungen strahlend entgegen. Da nämlich lag die neue Konsole gut geschützt hinter Glas. Eine Woche nach dem normalen Gebrauch finden wir auf unserem guten Stück an dieser Stelle schon jede Menge Staub und Fingerabdrücke. Die PS4 ist ein echter Schmutzfänger und wer auf Hochglanz steht, sollte täglich ein Staubtuch griffbereit halten.

Der schmale Lichtstreifen, der den Mittelteil der Konsole ziert, ist ziemlich subtil und blendet nicht. Die wechselnden Farben erinnern uns daran, ob die Konsole an ist oder sich im Standby-Modus befindet. Das ist nicht schwer zu merken und wird schnell verinnerlicht. Schalten wir die Maschine trotzdem einfach ab, ohne sie zu herunterzufahren, gibt es einen Warnhinweis. Wie schon bei der Playstation 3 werden wir darauf hingewiesen, dass Daten beschädigt werden könnten, wenn wir so vorgehen.

Die PS4 mag zwar eine grundsätzlich recht einfache Form haben, aber es ist trotzdem das typische Playstation-Design, das stilvoll zu einem kantigen Stückchen Kunst verbaut wurde.

Die PS4 wird im Betrieb warm. Richtig warm. Wir sollten also ernsthaft darüber nachdenken, ob wir das Gerät wirklich unter Kabeln begraben oder im Schuber verschwinden lassen wollen. Die Konsole braucht Raum zum Atmen. Als wir das erste Mal eine Disc ins Laufwerk schieben, sind wir dazu noch überrascht, wie relativ laut doch die Geräuschkulisse ist, die einsetzt, als sich die Scheibe zu drehen beginnt. Wir hatten ehrlich gesagt erwartet, dass sie ultra-leise wäre. Klar muss dann die Lautstärke des Fernsehers ein paar Stufen hochgedreht werden. Ist das Spiel aber erst installiert und startet, ist wieder alles gut. Beim Spielen von Blu-rays allerdings ist immer noch ein leises Surren zu hören.

Zentral für die neue Erfahrung mit der Konsole ist auch der Dualshock 4-Controller. Damit ist Sony ein kleines Kunststück gelungen. Besonders hervorzuheben sind die größeren und damit handlicheren Griffe, die das Halten sehr angenehm machen. Bei den vorherigen, kleineren Dualshocks mussten wir den Controller noch komplett umgreifen und unsere Daumen beinahe horizontal zueinander über den Sticks platzieren. Weil die Enden der Griffe nun aber angenehm in den Handballen liegen, sorgen sie eher für den Halt, als der obere Teil des Controllers. Der angepasste Winkel lässt unsere Daumen nun ein wenig nach oben gewandt aufliegen und gerade das macht sich nach vielen Stunden den großen Unterschied. Außerdem ist der Dualshock 4 an den Schultertasten schön geschwungen und bietet daher für die Zeigefinger guten Halt.

Das bewährte, wunderbare Steuerkreuz ist, bis auf seine Vergrößerung, unverändert geblieben und ebenso griffig wie schon bisher. Allerdings konnten wir es noch nicht ausführlich ausprobieren, da es hauptsächlich zur Navigation im Home-Menü oder den Menüs von Spielen zum Einsatz kam. Was es wirklich kann, muss es beim nächsten großen Prügelspiel unter Beweis stellen.

Das Touchpad kam bisher nur bei {Killzone: Shadow Fall} und im Playroom zum Einsatz. Es fühlt sich immer noch recht neu und ungewohnt an.

Die beiden Optionsknöpfe, wozu übrigens auch die Taste gehört, mit der sich nun Inhalte teilen lassen, sind vielleicht die schwächste Erweiterung des Controllers. Sie befinden sich jeweils rechts und links neben dem Touchpad und heben sich kaum vom Controller ab. Ihr schmales Design macht es zu einer Sisyphus-Aufgabe, sie mit dem Daumen zu treffen. Immer wieder müssen wir auf das Pad runterschauen, wenn wir den Share-Knopf drücken. Das ist vor allem nervig, weil wir für das Festhalten toller Momente beim Zocken nicht immer den Blick vom Fernseher lassen wollen.

Das Touchpad kam bisher nur bei {Killzone: Shadow Fall} und im Playroom zum Einsatz. Es fühlt sich immer noch recht neu und ungewohnt an. Das Wechseln zwischen den unterschiedlichen Kommandos für OWL in {Killzone: Shadow Fall}, bei denen wir unseren Daumen hoch und runter, nach links oder rechts gleiten lassen, ist nicht so leicht, wie wir uns das gewünscht haben. Schließlich müssen wir eine Hand heben, um zum Touchpad zu gelangen. Es könnte sich noch als das beste Feature des Controllers erweisen, aber sinnvolle Integrationen fehlen noch.

Der Playstation-Knopf macht weiterhin, was er soll. Mit nur einem Druck gelangen wir zurück zur letzten Anwendung. Halten wir die Taste etwas länger, gelangen wir zum Optionsmenü mit Standby- und Abschaltfunktion. Der neue, kleine Lautsprecher weiter oben im Controller ist in Anbetracht seiner Größe ganz ordentlich. Bisher genutzt wurde er, um uns auf Keeper in {Resogun} aufmerksam zu machen, eine einfache, aber geniale Idee. Oderum Audiologs abzuspielen, die wir in {Killzone: Shadow Fall} gesammelt haben. Bei effektivem Einsatz könnte das tolle Effekte zaubern, das hat uns bereits Nintendo eindrucksvoll mit dem gleichen Feature in der Wii-Fernbedienung gezeigt.

Die Lichtleiste an der Rückseite des Controllers fühlt sich ebenfalls noch sehr ungewohnt, aber insgesamt ist der Dualshock 4 einer der besten Controller, die wir bisher in Händen halten durften.

Die Lichtleiste an der Rückseite des Controllers fühlt sich ebenfalls noch sehr ungewohnt an. Doch selbst wenn sich die Farben ändern, um Zustände im Spiel wiederzugeben, wie etwa eine geringe Gesundheit, bekommt man davon normalerweise nicht viel mit. Außer natürlich, man spielt in einem stockfinsteren Raum. Wir mögen allerdings, wie sich die Playstation 4-Kamera mit dem Controller-Licht synchronisiert, und den Überblick über die Spielerprofile behält, wenn das System das erste Mal gestartet wird.

Nun zu den Analog-Sticks den Controllers. Wir hatten bisher keine Probleme mit ihnen und die kreisförmigen Ausbuchtungen in der Mitte fühlen sich unter unseren Daumen ziemlich zuverlässig an. Wir haben allerdings schon von Kollegen bei Gamereactor gehört, dass die Beschichtung an den Sticks bei normaler Nutzung langsam abblättern kann. Auch online wurden einige dieser Fälle bereits bekannt. Möglicherweise könnte das nur ein Problem einiger weniger Controller sein. Im Hinterkopf sollte man es trotzdem behalten. Gleichzeitig der Hinweis: Kassenzettel aufheben für etwaige Garantieansprüche.

Abgesehen von diesem Problem ist der Dualshock 4 einer der besten Controller, die wir bisher in Händen halten durften. Besser als der Xbox One-Controller? Nicht ganz, aber fast. Für welchen sich auch immer entschieden wird, es sind wohl die zwei besten Controller, die die Spieleindustrie bisher hervorgebracht hat.

Die Oberfläche des neuen Home-Screens und der dahinter verborgenen Unterpunkte ist einfach und clever, das Erlebnis übersichtlich.

Der Home-Screen der Playstation 4 ist einfach und auf den Punkt gebracht. Nachdem wir uns in der letzten Woche mit der Xbox One beschäftigt haben, scheint der Bildschirm der Playstation 4 zunächst einiger Optionen beraubt worden zu sein. Gleichzeitig ist er aber auch nicht so verworren. Eher sieht es genau nach dem aus, was es auch sein soll: einem Vermittler, der uns dahin bringt, wo wir hin möchten. Im Gegensatz zur Playstation 3 funktioniert das nun noch schnörkelloser und sieht zudem besser aus. Wenn wir uns allerdings etwas wünschen könnten, wäre es, dass sich die Hintergrundfarbe anpassen ließe. Und obwohl die fortdauernde Musik stimmungsvoll und entspannend ist, hätten wir gern die Option auf etwas mehr Abwechslung.

Die Oberfläche ist einfach und clever. Wir haben zwei Reihen horizontaler Leisten auf denen sich mehrere Symbole befinden, die uns in die Untermenüs bringen. Um zwischen ihnen zu wechseln, müssen wir nur hoch oder runter drücken. In der oberen, schmalen Leiste befinden sich Profil-Optionen: Nachrichten, Party-Chats, Einstellungen, Trophäen und so weiter. Auch die Benachrichtungen lassen sich hier einsehn und weil die Playstation 4 automatisch jegliche Updates für Spiele runterlädt, ist hier der beste Ort, um zu sehen, was im Hintergrund so vor sich geht. Die Trophäen-Liste zu laden, kann einige Sekunden dauern, weil sich das System erst mit dem Playstation-Network verbinden muss. Gleiches gilt für den Trophäen-Vergleich mit Freunden. Beides ist aber nichts Neues. Oben links findet sich der Link zum Playstation-Store, der genau so von der Playstation-3 übernommen wurde. Hier gibt es also keine Überraschungen. Im Moment wird aber auch hier noch gebastelt.

Die untere Leiste ist deutlich größer und besteht aus einer Reihe von Vierecken. Hier erhalten wir Zugang zu Spielen und Apps. Der erste Kasten nennt sich: "Was ist neu?" Mit einem Klick gelangen wir ins Untermenü, das dem Desin einer Social-Network-Seite ähnelt. Neue Veröffentlichungen, freigeschaltete Trophäen, Freunde, die Inhalte teilen - alles gesammelt in einer Zeitleiste. Alles kann ausgewählt werden, um mehr Details zur betreffenden Nachricht zu erhalten. Auch eine solche Funktion gab es auf der PS3 bereits, wenn auch nicht so prominent. Und auf der Xbox One gibt es sie natürlich auch.

Die PS4 ist ein echter Schmutzfänger: Eine Woche nach dem normalen Gebrauch finden wir auf unserem guten Stück an den Klavierlackflächen schon jede Menge Staub und Fingerabdrücke.

Während nun aber die erste Box ihren festen Platz hat, ordnen sich die weiteren in Abhängigkeit davon an, wann wir etwas zuletzt geöffnet und welches Spiel wir zuletzt gespielt haben. Bei letzterem spielt es keine Rolle, ob sie von der Disc aufgerufen wurden oder auf digitalem Weg in unseren Besitz gelangt ist. Das ruft natürlich zu recht sofort die Befürchtung wach, ob wir in Zukunft eine immer weiter wachsende Leiste an Inhalten durchscrollen müssen, ähnlich wie wir es auf der Xbox 360 mit der Arcade-Spieleliste erleben. Wir gehen aber mal davon aus, dass es sich in Anbetracht der wenigen Titel nur um eine kurzfristige Design-Lösung handelt.

Rechts befindet sich derzeit immerhin schon ein Bibliotheks-Symbol, in dem unsere digitalen Spiele aufbewahrt werden. Hoffentlich gibt es bald ein Update von Sony, dass es uns erlaubt, die Liste anzupassen, Titel zu löschen oder zu verschieben, Ordner anzulegen oder sie miteinander zu verbinden. Bei den Spielen gibt es immerhin schon das hilfreiche Untermenü, in dem wir weitere Informationen zum Titel und Social-Features erhalten.

Live ist eine weitere Funktion, die sofort beim Start der Konsole vorhanden ist. Beim Einsatz haben wir die Option, uns jede Menge Action-Live-Streams anzusehen. Unterteilt werden sie noch einmal in Twitch und Ustream. Dazu gibts noch ein Textfeld, dass mit unseren Gedanken gefüllt werden darf. Wer keine Lust auf den Chat hat, sieht sich das Video einfach im Vollbildmodus an.

Die Kamera wirft Fragen auf. Es wirkt so, als hätte Sony einfach nur irgendein Gegengewicht zu Microsoft präsentieren wollen - wie damals mit Playstation Move als halbgare Antwort auf den Erfolg der Nintendo Wii.

Der Ladegeschwindigkeit des Streams und die Einfachheit der Benutzung machen das Zusehen einfach zur Sucht. Sei es, um einfach zu sehen, was in der Spielewelt gerade so abgeht oder auch für längere Sessions. Wenn es nichts Unterhaltsames zu sehen gibt, steht immer noch die separate TV-App zur Verfügung, die Lovefilm, Maxdome und weitere Dienste integriert.

Wenig Integration müssen wir allerdings derzeit bei der Kamera hinnehmen. Die fühlt sich eher nach einem kosmetischen Extra an, da hat Microsoft mit dem neuen Kinect der Xbox One tatsächlich eine saubere Lösung abgeliefert. Es wirkt so, als hätte Sony einfach nur irgendein Gegengewicht zu Microsoft präsentieren wollen - wie damals mit Playstation Move als halbgare Antwort auf den Erfolg der Nintendo Wii. In der ganzen Woche, in der wir die PS4 nun schon nutzen, wurde die Kamera bisher nur genutzt, um unser Gesicht dem Profil und dieses wiederum dem Controller zuweisen zu lassen. Die Erkennung geht recht schnell und das Feature ist nett genug, dass es uns kaum stört, dass es unterm Strich dann doch ein oder zwei Sekunden länger dauert, als einfach X zu drücken, um das Profil auszuwählen.

Es gibt außerdem ein paar Sprachkommandos, welche das Mikrofon an der Kamera erkennt oder wir über das Headset einsprechen können. Sagen wir "Playstation" und danach "Zurück zum Spiel" oder nennen nur ein bestimmtes Spiel, wechseln wir dort hin. Am besten gefällt uns die Option, per Sprachbefehl Screenshots anfertigen zu können. Das führt uns allerdings zu einem Teilen-Bildschirm. Auf der Xbox One sind all diese Funktionen zur Controller-freien Steuerung beeindruckender.

Die Grafik ist wirklich die nächste Generation. Gerade {Killzone: Shadow Fall} zeigt das an vielen Stellen. Samtweiche Animationen, 1080p und 60 Frames pro Sekunde lassen das Zocken zu einem echten Erlebnis für die Augen der Fans werden.

Das Problem ist zudem, wie allerdings auch bei Kinect, dass das System nicht fehlerlos funktioniert. So versuchen wir etwa, während wir {Resogun} spielen, zum Home-Screen zurückzukehren, werden aber überhört. Irgendwann ignorieren man die Funktion dann einfach komplett.

Bisher besteht die Hauptaufgabe der Kamera darin, das Wohnzimmer zu scannen und in den interaktiven Playroom zu projizieren, der kostenlos auf jeder Konsole vorinstalliert ist. Weil das kaum beeindruckend ist, verlieren wir schon nach wenigen Minuten das Interesse. Für kurze Zeit entdeckten ein paar Nutzer in den USA, dass das Streamen des PS4-Bildschirms auch bei Playroom funktionierte und schnell schossen billige Chat-Shows aus dem Boden. Diese Funktion gibt es aber zum Glück nicht mehr, gleichzeitig wurde der Kamera aber auch Potenzial genommen. Vertraut uns für den Moment, wenn wir sagen: Holt euch für das Geld, das die Kamera extra kostet, lieber ein anderes Spiel.

Zum wichtigsten Feature noch etwas zum Schluss, eingebaut ins Fazit. Die Grafik ist wirklich die nächste Generation. Gerade {Killzone: Shadow Fall} zeigt das an vielen Stellen. Samtweiche Animationen, 1080p und 60 Frames pro Sekunde lassen das Zocken zu einem echten Erlebnis für die Augen der Fans werden. Aber ähnlich wie bei der Xbox One sehen das in erster Linie eben die Fans. Dem Massenmarkt wird die Leistung der PS3 vielleicht noch ausreichen. Allerdings zeichnet der Ansturm auf die Konsole dann auch wieder ein anderes Bild. Die PS4 ist nämlich derzeit überall ausverkauft. Wann genau Nachlieferungen kommen, ist derzeit noch unklar.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
tolles Design der Konsole, fantastischer Controller, einfacher Home-Screen, Online-Funktionen
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aneinander gereihte Spiele im Home-Screen, die Konsole kann beim Start der Spiele laut werden, Konsole wird heiß, die Kamera, Touchpad nicht überzeugend