Prey
Wir haben auf der Quakecon das neue Prey begutachtet und sind ziemlich beeindruckt vom Ergebnis des Neustarts.
{Prey} ist ohne Frage ein cooler Name für ein Videospiel. So cool, dass Bethesda die Marke am Leben gehalten hat, obwohl das erste Spiel nur ein mittelmäßiger Erfolg war und es große Schwierigkeiten bei der Entwicklung von {Prey 2} gab. Aber es soll hier nicht um die Vergangenheit gehen, wir werfen einen Blick auf die Zukunft und wollen sehen, was Arkane aus dem Sci-Fi-Spiel gemacht hat, das ursprünglich für die PS3 und die Xbox 360 erschienen ist - wenn auch in einer ganz anderen Form.
Ursprünglich war es halb Puzzler und halb Alien-Shooter - und was immer aus dem scheinbar sehr unterschiedlichem Sequel von Human Head geworden wäre. Das ist aber nie erschienen und als sich die Experten von den Arkane Studios dem Fall angenommen haben, war klar, dass es ein völlig anderes Resultat haben würde. Nachdem wir den neuen Trailer und eine längere Hands-Off-Präsentation auf der Quakecon zu sehen bekommen haben, haben wir ein paar neue Details und einen spannenden Ausblick auf den potenziellen Sci-Fi-Klassiker für euch.

Beim ersten Mal konnte der Spieler einen Raum durch eine kleine Luke betreten, indem er die Form eines Bechers angenommen hat.
Das neue {Prey} spielt auf einer Raumstation. Es ist keine besonders offene Welt, aber das Ende ist offener als in Dishonored, dem letzten und auch nächsten Spiel des Studios. Es sieht großartig aus und hat diesen Arkane-Style, diesen Hauch von Reichtum und Verschwendung beim Design der Welt. In diesem Fall fielen mir die goldenen Ränder an den Treppenstufen auf, die wieder auf das Ausloten von Reichtum und Macht hindeuten, wie wir es früher schon in Dunwall erleben konnten.
Aber das hier ist nicht Dunwall - im Gegenteil. Den Steampunk-Stil und die viktorianische Mythologie haben sie hinter sich gelassen und durch die Dunkelheit des Weltalls und einen außerirdischen Feind ersetzt, der mysteriöser ist, als alles was wir bisher von dem Studio zu sehen bekommen haben. Das Design dieses neuen Gegenspielers ist so einzigartig, dass es keine einfachen Vergleiche zulässt. Arkane hat wirklich etwas erschaffen, das sich selbst für Sci-Fi noch einzigartig anfühlt.
Sie haben etwas Jenseitiges, die Aliens, und während der Präsentation wurden noch einige weiterentwicklete Gegnertypen gezeigt. Später während der Demo tauchte eine Kreatur auf, die Phantom genannt wird, die scheinbar ihre Form verändern kann und uns echte Probleme bereiten dürfte - besonders deshalb, weil Waffen rar gesät sind. Arkane hat erklärt, dass es verschiedene Wege gibt, Probleme zu lösen - und Waffen sind nur eine der Möglichkeiten.

Das Design dieses neuen Gegenspielers ist so einzigartig, dass es keine einfachen Vergleiche zulässt.
Eine potentielle Lösung für verschiedenste Problem ist die Gloo-Gun. Halb Waffe, halb Werkzeug, kann man sie dazu nutzen, die Feinde festzukleben, bevor man sie mit etwas tödlicherem ausschaltet. Ein Beispiel dafür in der Demo war, als der Spieler den Klebe-Schaum dazu benutzt hat, eine geplatzte Gasleitung zu versiegeln. Der Schaum kann aber auch dazu benutzt werden, Vorsprünge zu schaffen, um vorher unerreichbare Areale zu erklimmen.
Aber wir haben es hier mit Arkane zu tun, man kann sich also sicher sein, dass sie noch ein paar Tricks im sprichwörtlichen Ärmel haben werden. Der erstaunlichste und aktuell schon sichtbare Ansatz sind Mimic, eine Fähigkeit, die es uns erlabt von den Aliens zu lernen (wie genau, wissen wir noch nicht ) und auch erlaubt, die Form von Gegenständen anzunehmen. Während der Demo haben wir diese Fähigkeit zweimal im Einsatz gesehen. Beim ersten Mal konnte der Spieler einen Raum durch eine kleine Luke betreten, indem er die Form eines Bechers angenommen hat. In der zweiten Situation hat sich der Spieler in ein Recycle-Charge transformiert (eine Art Granate, die dazu benutzt wird, Schrott und Trümmer aus einem Raum verschwinden zu lassen ) und dann eine zweite Fähigkeit, die kinetische Sprengung eingesetzt hat, um sich nach oben in einen anderen Teil des Levels zu sprengen.
Es wird noch mehr Fähigkeiten geben, die aber noch nicht gezeigt wurden und auch verbesserte Skills, die über Neuromods - ein Gerät das in unserem Auge steckt - freigeschaltet werden. Der Einsatz von ihnen wird ohne Zweifel hilfreich sein, aber uns wurde gesagt, dass sie vielleicht auch ungewollte Aufmerksamkeit erregen könnten. Es ist schwer zu sagen, wie ambitioniert (oder sogar abscheulich) die Pläne von Arkane für das Gameplay-System und die Möglichkeit sind, zu verbessern und augmentieren (Dishonored 2 hatte eine Art Crafting-System, wird es hier etwas ähnliches geben?). Wir müssen also warten und mal schauen, was sie so mit den von den Aliens gelernten Fähigkeiten geplant haben.

Es ist auch noch unklar, wie integral die Sektionen ohne Schwerkraft sein werden. Das Innere der Raumstation wird offener sein, als die linearen Missionen von Dishonored und wir haben den Eindruck, es könnte ein wenig in Richtung Metroidvania gehen. Es klingt, als hätte man auch von außen Zugang zur Raumstation, wir sind uns aber noch nicht sicher, wie weit das gehen wird und wie sehr das in der Kampagne eine Rolle spielen wird.
Wir wissen allerdings, dass es noch andere Leute auf der Station geben wird. Überlebende, auf die man trifft und mit denen man interagieren kann. Sie werden ihre eigenen Geschichten zu erzählen und vermutlich einige Botengänge für uns haben. Wir vermuten eine Mischung aus Story-Missionen und Nebenquests, aber das bleibt abzuwarten. Arkane will offensichtlich noch nicht alle Karten aufdecken, aber nachdem {Prey} erst irgendwann im nächsten Jahr erscheinen soll, bleibt dem Studio noch genug Zeit, uns weiter mit kleinen Details neugierig zu machen.
Während meine Aufmerksamkeit wieder zu Dishonored 2 wechselt, dem Steampunk-Sequel, das noch in diesem Jahr erscheinen soll, muss ich sagen, dass ich mich wirklich darauf freue, mehr von {Prey} zu sehen und dann auch mal selbst Hand anzulegen. Es sieht großartig aus und ist voller Details und hat den Stil, den man von diesem Studio erwartet und eben großes Potenzial, wenn die Balance mit der offeneren Umgebung gelingt. Es ist noch ein weiter Weg, aber die Präsentation auf der Quakecon hat deutlich unser Interesse geweckt.