Sound Blaster Tactic 3D Rage
Für knapp 80 Euro Straßenpreis hat Creative Labs neue Gaming-Kopfhörer namens Sound Blaster Tactic 3D Rage im Angebot. Die klingen überzeugend.
Sie wollen zudem Clan-Spieler mit LED-Farbspielereien anlocken. Doch was taugt der Sound? Die Sound Blaster-Kopfhörer von Creative Labs gehörten in den letzten Jahren zum besten, was sich Video- und Computerspieler auf die Ohren packen konnten. Das Top-Modell Sound Blaster Recon3D Omega Wireless war wohl eines der eines der besten Headsets, als es vor über einem Jahr an den Start ging. Und ist es bis heute. Die Erwartungen sind also durchaus hoch für das neue, weniger teure und kabelgebundene Sound Blaster Tactic 3D Rage.
Auch bei dem neuen Headset fällt auf, dass Creative einfach sehr komfortable Produkt abliefert. Im direkten Vergleich zum Sound Blaster Recon3D Omega Wireless, das ich täglich nutze, sind die Ohrmuscheln allerdings spürbar fester und auch der Bügel übt mehr Druck auf den Kopf auf. Vielleicht ist es nur Geschmackssache, aber ich finde das Rage weniger komfortabel gerade bei längeren Spielsitzungen. Insgesamt wirken Material und Verarbeitung der weichen Teile zudem im Vergleich weniger hochwertig, die Ohrmuscheln riechen zum Beispiel kaum nach Leder. Sie isolieren aber ebenso gut gegen die Außenwelt, schirmen aber nicht komplett ab. Der Tragekomfort ist insgesamt trotzdem wirklich gut.

Die Gesamtqualität des Kopfhörers ist auf den ersten Eindruck gut.
Die Gesamtqualität ist es auf den ersten Eindruck ebenso. Der Kopfhörer selbst ist prinzipiell weitgehend baugleich mit dem Sound Blaster Recon3D Omega Wireless. Die Ohrmuscheln lassen sich rotieren, damit das Headset um den Hals getragen werden kann, womit der Kopfhörer faktisch auch mobil nutzbar wird. Eine Tragetasche wird allerdings nicht mitgeliefert. Dafür liegt ein Miniklinkenkabel für den Anschluss an Nintendo 3DS, iPad & Co. bei, das volle Potenzial und den bestmöglichen Sound entfaltet das Gerät allerdings nur über den digitalen USB-Anschluss.
Man sieht genau das schon am Kabel. Das Miniklinkenkabel ist ein lausiger Centartikel, das USB-Kabel dagegen die teure und schicke Textilvariante. Nur via USB leuchten auch die LED in den Ohrmuscheln außen in 16 Millionen möglichen Farben und zeigen lustige Effekte, die sich über die Software an PC und Mac steuern lassen. Viel wichtiger allerdings ist hier, dass nur via USB der überzeugende SBX Pro Studio-Klang aus den 50 Millimeter großen Lautsprechern tönt. Diverse Equalizer-Einstellungen erlauben es, den Sound weiter zu verbessern und zudem dürfen auch der Surround-Sound, Höhen und Bass sowie die gute Sprachqualität weiter individuell modifiziert werden. Selbst zum Ork kann man sich machen, wenn die Stimme über einen Vocoder verzerrt wird.

DAs USB-Kabel ist hochwertig, das Mikrofon einfach abnehmbar und der Bügel schick bedruckt.
Der Sound ist tendenziell eher auf Druck ausgelegt und betont hör- und spürbar den Bass. Hier spürt man die Auslegung als Gaming-Headset, um etwa Shooterspielern die Einschläge von Granaten gekonnt auf die Ohren zu schicken. Auch Schüsse, Explosionen oder Motorensounds klingen überzeugend, auch wenn der Bass nicht immer voll definiert rüberkommt. Wer normale Musik hören will oder einen Film schaut, wird unter Umständen nicht ganz so beeindruckt sein. Für den Alltagsgebrauch am Rechner etwa zur Beschallung beim Arbeiten geht die Qualität aber in Ordnung.
Das beigelegte Schwanenhals-Mikrofon ist abnehmbar und lässt sich einfach in der idealen Position fixieren. Der Sound im Sprachchat ist gut, aber ein wenig dünn. Das liegt vielleicht daran, dass das Mikro einen Frequenzbereich bietet, der bereits bei 6,5 KHz endet. Gerade die Sprachausgabe jedenfalls klingt manchmal eher nach Mobiltelefon und es gibt einfach Mikrophone, die deutlich besser arbeiten.
Für den Preis von 80 Euro ist die Qualität aber trotzdem okay. Creative Labs haben hier eben in klassisches Mainstreamprodukt für die Massen entwickelt. Nichts aufregend und wahnsinnig Neues, aber es ist ein durchweg guter Köpfhörer für vergleichsweise kleines Geld. Wer 20 Euro mehr investiert, kriegt übrigens eine Wireless-Variante.
Gamereactor Deutschland