Spellforce 3
Grimlore Games vermischt das RTS-Genre mit RPG-Elementen und schafft daraus ein interessantes Produkt, das unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Auf einem Event von THQ Nordic in London hatten wir vor kurzem die Gelegenheit {Spellforce 3} von Grimlore Games anzuspielen. Während meiner Zeit mit dem Spiel ist mir einiges aufgefallen, besonders, dass es kein gewöhnliches isometrisches RPG ist.

{Spellforce 3} verbindet RPG mit RTS-Elementen und Grimlock Games erklärt dieses Prinzip Folgendermaßen: „Unsere Philosophie war von Anfang an, dass beide Elemente nicht für sich allein stehen, sondern sich auf natürliche Art unterstützen sollen. Wir wollten Systeme mit mehr Tiefe bieten, als in den früheren Spellforce-Titeln. Deswegen haben wir die indirekte Arbeitermechanik eingeführt, die etwas von der Zeit wegnimmt, die man normalerweise mit dem Micromanagement der Arbeiter verbracht hat. Nun bleibt deshalb mehr Zeit für das Erkundungselement des Rollenspielgameplays. Auf der Rollenspielseite haben wir einen speziellen Fähigkeitenbaum, der sich voll auf die Unterstützung der Ökonomie konzentriert oder Armeen mit aktiven Talenten von euren Helden [unterstützt]."
Wie funktioniert das also? Auf der Rollenspielseite geht es darum, eine Party aus Helden zu kontrollieren, ähnlich wie in anderen Spielen dieser Art (etwa {Divinity: Original Sin}). Ich wurde ohne großen Kontext in die Geschichte geworfen und meine erste Aufgabe war es, mit dem Anführer der Flüchtlinge zu sprechen. Dort wurde ich gebeten, einen Weg für die Flüchtlinge freizukämpfen, also machten wir uns auf, um Monster und Banditen aufzustöbern. Nach getaner Arbeit melden wir uns wieder zurück zum Dienst.
In der Demo konnte ich mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Figuren sprechen, die Informationen werden in Textkästen ausgetauscht (es gibt keine Sprachausgabe) und es gibt viele Dialogoptionen, mit denen wir antworten können. Der gespielte Abschnitt sollte mehr von der Geschichte zeigen und weniger von den Kämpfen. Das Spiel scheint sich momentan also mehr an Old School-Rollenspiel-Fans zu richten.


Die Echtzeitstrategie-Elemente kamen zum Einsatz als ich mit den auftauchenden Armeen sprach und Außenposten entdeckte. Denen gab ich den Auftrag, das Land in regelmäßigen Abständen zu „dominieren". „Jeder Sektor hat limitierte Ressourcen.", so Grimlore über das Prinzip der Außenposten. „Wer mehr Ressourcen möchte, muss expandieren. Statt ein freies Expansionssystem einzuführen, mit dem man überall bauen kann, haben wir ein Sektor-System entwickelt, in dem der eigene Helden zuerst einen Sektor erobern muss, um an dessen Ressourcen zu gelangen und dort zu bauen. Wer einen Sektor erobert hat, beginnt mit einem einfachen Außenposten und drei Arbeitern. Wird dieser ausgebaut, kommen weitere Arbeiter. Die Ressourcen müssen vor Ort bereit stehen, also braucht es Transportwege in andere Sektoren und dessen Vorräte. Außerdem bedeuten mehr Sektoren auch, dass größere Armeen rekrutiert werden können."
Ich hatte nur sehr kleine Außenposten und als ich mit den Flüchtlingen meine Reise durch das Land begann, forderte eine gegnerische Armee meine Außenposten heraus und eroberte einige davon. Bei den einzelnen Schlachten übernehmen wir den Beifahrersitz, denn {Spellforce 3} wird dann eher zu einem Strategiespiel in der Art von Total War. Dort geht es nicht mehr länger um rohe Gewalt und Dialoge, es dreht sich alles um das grandiose Zusammentreffen von Armeen.
Ich vermute jedoch, dass sich einige dieser Schlachten durch Spielerentscheidungen umgehen lassen. „ Es gibt verschiedene Dialogoptionen, die die Aspekte der Story verändern.", erläutert Grimlore. „Und es gibt häufig verschiedene Wege, die Dinge zu lösen. Sogar unsere Helden-Party können wir selbst zusammenstellen und Spieler-Fraktionen müssen freigeschaltet werden, bevor sie uns unterstützen. Abgesehen davon gibt es noch die Entscheidungen auf dem Charakterlevel, wie die Fähigkeiten und die Ausrüstung, die eingesetzt werden." Auswahlmöglichkeiten spielen also eine wichtige Rolle in {Spellforce 3}. Vermutlich führt das zu einigen Möglichkeiten, Konflikten aus dem Weg zu gehen, falls wir lieber kein Blut an den Händen haben wollen.


Wenn wir trotzdem zusammen mit unseren Verbündeten auf dem Schachtfeld landen, gibt es viele Möglichkeiten, wie wir eine Situation zu unseren Gunsten drehen. Neben Fantasy-Waffen und Zaubern, die man an Feinden und Freunden einsetzen darf, spielt die Ausrüstung eine wichtige Rolle und man muss seine Ressourcen unter seiner Party ausgeglichen verteilen. Mit dieser interessanten Fusion aus RTS und RPG und einer für 30 Stunden ausgelegten Kampagne, sind wir gespannt, all diese Elemente von {Spellforce 3} genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Basenbau dürfte für jeden Spieler anders verlaufen und ich kann mir vorstellen, dass der Koop-Modus das Ganze noch einmal auf den Kopf stellt.