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Kritiken
Start the Party

Start the Party

Eyetoy war auf der Playstation 2 ein Riesending in Europa. Es war wohl auch einer der entscheidenden Gründe, warum die Konsole hier so gut Fuß fasste. Denn noch vor der Wii eroberte Sony einen Markt, der sich eigentlich gar nicht für Videospiele interessierte. Start the Party lässt genau diese Zeit wieder hochleben und zeigt, wie man es mit neuer Technik besser macht.

Sony lehnt sich mit den ersten Move-Spielen natürlich nicht sehr weit aus dem Fenster. Aber so ähnlich war das ja damals bei Eyetoy auch. Es ging darum, die Möglichkeiten hinter der neuen Technik zu entdecken. Die ersten Gehversuche machten durchaus Spaß, aber boten am Ende vergleichsweise wenig. {Start the Party} ist da nicht anders. Es gibt nur wenige Menüs und noch weniger Modi. Dem Spaß muss das aber keinen Abbruch tun.

In erster Linie ist {Start the Party} bunt. Es ist kunterbunt und besitzt einen ebenso nervigen Sprecher wie den aus der {Buzz! Quiz}-Serie - für eine Party sind das genau die richtigen Zutaten. Ob alleine oder zusammen, vor jedem Spiel macht man ein Foto für den kleinen Avatar von sich. Im Mehrspielermodus kann zudem für jeden Charakter noch eine Stimme aufgenommen werden. Diese Avatare spielen aber nur eine untergeordnete Rolle und werden nicht einmal als Benutzerprofile gespeichert - in jeder einzelnen Runde muss diese Prozedur erneut durchlaufen werden.

Völlig sinnfrei sind sie aber nicht, im Party-Modus gibt es spezielle Joker-Runden, in denen man den Avatar eines Freundes mit dem Pinsel "verschönern" kann oder aber einen neuen Erkennungstext einspricht. Das kann tatsächlich witzig sein. Wer solo unterwegs ist, platziert sein Foto in den Bestenlisten. Ein Problem aber haben beide Varianten. Wer das Spiel nicht mit ausreichend Licht spielt, wird zwar kein Problem mit Move bekommen, aber mit der Kamera nur qualitativ fragwürdige Bilder machen. Und mit ihren 640 x 480 Bildpunkten sieht das ja sonst schon nicht so super aus. In dunkel aber, nicht schön.

Die Auswahl an Modi ist bestenfalls übersichtlich. Spielt man alleine, stehen Überleben und Freies Spiel zur Verfügung, sind mehrere Spieler dabei, darf zwischen Party und Party-Mix gewählt werden. Für ein derartig dünnes Angebot müssten Super Massive Games, die Entwickler, vor Scham im Boden versinken. Aber es ist natürlich auch der schmale Preis des Spiels, der zumindest ein wenig versöhnlich stimmt.

Im Solo-Modus Überleben gibt es die knapp zwanzig Minispiele, die in {Start the Party} enthalten sind, in einer bunt-gewürfelten Zufallsauswahl. Man muss in jeder Runde möglichst gut abschneiden, damit die Leiste am rechten Rand gut gefüllt bleibt. Ist sie abgelaufen, endet das Spiel und für eine Bestenliste wird die Zeit gespeichert. Beim Freien Spiel entscheidet man sich ganz bewusst für eines aus einer beschränkten Auswahl von Spielen. Enttäuschende neun Stück sind das.

Ganz ähnlich funktioniert der Mehrspielermodus. Die Variante Party bietet die Möglichkeit, in mehreren Runden alle Spiele durcheinander zu spielen. Es gibt Blitzrunden, in denen man schnell sein muss, Konter-Runden, in denen es nur darum geht, besser als der anderen zu sein und so weiter. Zwischendurch tauchen die erwähnten Joker-Runden zum Mitspieler ärgern auf. Dazu gesellt sich der Modus Partymix, wo aus denselben neun Spielen wie beim Freien Spiel in jeder Runde eines ausgewählt wird, bis die voreingestellte Rundenzahl erreicht wird.

Zu den neun Spielen gehört eines, in dem man einen Tennisschläger in der Hand hält, um damit Fliegen zu klatschen. Einerseits muss der Schläger immer in die richtige Lage gedreht werden, um die Fliegen zu treffen, zum anderen müssen bestimmte Fliegen überleben. In einem anderen Spiel muss man fischähnliche Ballons zerstechen. Allerdings tauchen die in verschiedenen Farben und Größen auf und es gibt nur Punkte, wenn man eine bestimmte Farbe trifft. Das Friseur-Spiel ist auch witzig, zumal mit steigendem Schwierigkeitsgrad auch das Färben der geschnittenen Haare dazu kommt.

Am kniffligsten jedoch ist ein Spielchen mit Robotern, die auf einen zulaufen und auf ihrem Körper einen Bildschirm haben, auf dem wir uns selbst erkennen. Und dann ist da ein Ziel, das rot markiert ist. Aufgabe ist es, zu erkennen, wo sich das Ziel auf dem abgebildeten Bildschirm befindet. Anfangs ist es leicht, weil das Bild identisch mit dem regulären Fernsehbild ist. Später jedoch wird das Bild gedreht, gespiegelt und/oder das Ziel bewegt sich. Der helle Wahnsinn, der eine Menge Vorstellungskraft und schnelle Reaktion erfordert.

Nicht zu den auserkorenen Neun gehören leider lustige Spiele, wie das, bei dem man Maulwürfen mit einem Hammer auf den Kopf hauen muss. Oder aber es gilt, einen Vogel ganz schnell zu wecken, um ihn vor einer Katze zu retten. Diese schnellen Runden mit ihren kleinen Spielchen erinnern stark an {Wario Ware: Smooth Moves}. Wie dort würden nicht alle der restlichen Spiele auf Dauer den gleichen Spaß bringen wie die speziell ausgewählten. Aber vielleicht hätte man sich dann insgesamt mehr Gedanken machen sollen.

Warum aber {Start the Party} trotzdem um Welten besser ist als Eyetoy, liegt klar auf der Hand. Die Technik ist eine ganz andere. Damals funktionierten manche Spiele einfach schlecht, weil der Raum zu dunkel war. Heute kann es maximal zu hell sein, aber dann hätten wahrscheinlich die meisten Kameras ein Problem noch Kontraste zu erkennen. So aber wurde zumindest die Dunkelheit als Problemquelle ausgemerzt und die Genauigkeit erhöht.

Zudem zeigt {Start the Party} etwas, was weder die Wii noch Kinect so ohne weiteres können. Das Spiel holt uns in den Fernseher und macht uns zu einem Teil des Spiels. Der Controller verwandelt sich in den Gegenstand, der gerade gebraucht wird. Wir sind ganz eng mit dem Spiel verbunden und müssen uns nicht nur vorstellen, dass wir etwas auf dem Bildschirm Dargestelltes sind. Diese Realität überzeugte bei Eyetoy und macht Move und ganz speziell {Start the Party} so gut.

Woran es vor allen Dingen happert ist eben der Umfang. Man hätte ein hübsches Spiel um diese Idee bauen können, aber es wurde am Ende nur ein loses Gerüst um ein paar wirklich gelungene Minispiele gezimmert. Gerade für Menschen, die bereits Eyetoy kennen, ist {Start the Party} eher ernüchternd, zum Teil sogar erschreckend langweilig. Die rund 36 Euro sind vergleichsweise wenig Geld, dass Spiel aber bestenfalls kurzweilig. Wollen wir mal schwer hoffen, dass dies erst der Anfang der Party ist.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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zeigt Stärken von Move, unterhaltsame Minispiele
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wenige Modi, nur neun richtige Minispiele, Auflösung der Kamera produziert nur schlechte Bilder