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The Night of the Rabbit

The Rabbit's Apprentice: Der Bann des Zaroff

Daedalic hat nicht nur Jan Müller-Michaelis, der gute Geschichte erzählt. Im kommenden Sommer ist es Matthias Kempke, der einen kleinen Jungen auf ein großes Abenteuer schickt. Ein Spiel, das sich nicht nur Adventure-Freunde vormerken sollten.

"Suchst du den Anfang deiner Geschichte?" - mit diesen bedeutungsschweren Worten beginnt das Abenteuer von Matthias Kempke. Während der Charakter im Spiel noch brabbelt, dass wir etwas finden müssen, "was sich nach 'Es war einmal anfühlt'", sind wir schon gespannt. Wo führt das alles nur hin? Allein dieser fabelhafte Einstieg riecht nach einem großen Abenteuer.

Erzählt wird in {The Rabbit's Apprentice: Der Bann des Zaroff} die Geschichte von Jeremias Haselnuss. Der kleine Junge hat noch zwei Tage Schulferien. Oder "noch zwei Tage Abenteuer", wie er es selbst nennt. Zwei Tage, in denen er ja auch noch ein großer Zauberer werden kann. Tatsächlich trifft er den Marquis de Hoto, einen ungewöhnlichen und hochgewachsenen Hasen. Er ist schlank und gut gekleidet. Sein Fell ist schneeweiß und die Augen rot.

Ein wenig erinnert er an die intellektuelle, aber auch zwielichtige Version vom Kaninchen aus Alice im Wunderland. Eine wohl nicht ganz zufällige Verbindung, schließlich teilen sich beide Figuren die Rolle als Entführer in eine fremde, unbekannte Welt. Wenngleich einer dies eher unbewusst, der andere ganz bewusst versucht. Der Marquis verspricht Jerry nämlich, einen Zauberer aus ihm zu machen, wenn er ihm folgt. Dank der Kraft der Magie soll er rechtzeitig zum Abendessen wieder bei seiner Mutter sein.

Hauptcharakter ist der kleine Jeremias Haselnuss, der vor dem Ende der Ferien noch Zauberer werden will.

Und so lernt Jeremias das Zaubern. Vier Sprüche gibt es, mit denen sich verschiedene Aufgaben lösen lassen. Viel Einblick in diese Mechaniken haben wir beim Spielen mit Matthias Kempke noch nicht bekommen. Jedoch sind solche Elemente zur Auflockerung in der Regel sehr willkommen. Die regulären Invetar-Rätsel haben im Adventure-Genre sowieso schon lange ausgedient. Apropos Inventar: Das schaut nach einem großen, bunten Haufen aus - aber es soll trotzdem alles logisch lösbar bleiben.

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Gleich zu Beginn kommen wir in den kleinen Ort Mauswald. Lauter wunderliche Gestalten leben hier. Trotzdem herrscht ganz ein ganz normales Treiben und wir müssen für den Spielfortschritt zunächst ein paar Aufgaben erfüllen. Beeinflusst wird ganze außerdem von einem Wechsel zwischen Tag und Nacht. Bald aber verändert sich der Alltag in Mauswald und mit ihm auch die Geschichte. Ein Zauberer ist in der Stadt und es gibt nur wenige Karten für seine Show. Diese sind sehr begehrt, denn immerhin handelt es sich um den großen Zaroff.

Ein paar ungewöhnliche Gestalten tauchen auf und schon bald verfallen die Bewohner dem Bann des Zaroff. Sie wollen unbedingt eine Karte zur Vorstellung, koste es was es wolle. Irgendetwas ganz Merkwürdiges steckt hinter all dem und der kleine Jerry muss irgendwie dahinter kommen. Leicht wird ihm das nicht fallen - zumal der Marquis offensichtlich ein falsches Spiel mit ihm spielt. Sein Versprechen, dass der Junge pünktlich zum Abendessen wieder zu Hause ist, kann er scheinbar nicht halten...

Die wundersame Welt bietet ein großes Abenteuer, Humor und offenbar auch eine Menge Abwechslung.

In zehn Stunden Spielzeit sollen wir viel tüfteln dürfen, um hinter das Geheimnis zu kommen. Auf endlose Dialoge will das Team übrigens verzichten. Dafür gibt es versteckt im Spiel acht freischaltbare Geschichten, die auf einem Kinderbuch von Kempke basieren. Jede der Geschichten ist ungefähr 20 Minuten lang. Außerdem soll über ein integriertes Kartenspiel Abwechslung geschaffen werden. Wir sammeln die Karten im Verlauf der Geschichte und können ganz regulär damit spielen. Die Karten sollen aber auch etwas für die Handlung verraten.

In dem Spiel steckt auch viel Persönliches, das kann er gar nicht verstecken. Aus den Passagen, in die wir bereits reinschnuppern durften, wird deutlich, dass hier die Kinderträume das große Abenteuer schreiben. Und trotzdem richtet es sich klar auch ein erwachsenes Publikum. Es geht um das Erzählen von Geschichten und das Spiel mit der Sprache und nicht um Alt oder Jung.

Außerdem wird die grundsätzlich kinderfreundliche Unterhaltung immer mal wieder anspruchsvolleren Humor durchbrochen - das zumindest glauben wir ganz fest nach einer Begegnung mit einem fiesen Kobold. Außerdem haben wir mindestens einen plumpen Seitenhieb auf Nintendo ausgemacht und auch lustige Querverweise auf aktuelle Themen sind enthalten. Das uns Matthias Kempke dann noch ganz beiläufig erzählt, dass er den Charakteren unbedingt Tiefe geben möchte, klingt wie Musik in unseren Ohren. Her damit!

05 Gamereactor Deutschland
5 / 10