Inversion
Inversion ist ein "cover based coop shooter", wie Matthew Karch, der Chef von Saber Interactive, fast etwas lakonisch erklärt. Vermutlich meint er in Wirklichkeit etwas anderes, will es aber nicht so deutlich sagen.
In Sachen Gameplay handelt es sich hier nämlich offenkundig um eine Kopie des beliebten Prinzips, das die Gears of War-Reihe so wunderbar perfektioniert hat. Schießen, Schutz suchen, schießen, Schutz suchen und so weiter. Kombiniert wird das bei {Inversion} allerdings mit der Fähigkeit des Helden David Russel, die Gravitation manipulieren zu können. Ist jetzt zwar auch nicht der allerletzte Schrei - aber die Verbindung lässt aufhorchen. Außerdem nutzen sie für {Inversion} die Havoc-Engine für die Echtzeitphysik aller relevanten Objekte im Spiel. Fest eingebaut in die eigene {Inversion}-Engine sorgt das zumindest technisch sicher für erste Klasse.
Protagonist Russel ist gemeinsam mit Leo Delgado unterwegs, den jederzeit ein weiterer Spieler offline im Splitscreen oder online im Koop übernehmen kann. Ihr Feind sind die Lutadore, ein stets überzähliger und aggressiver Gegner, der aber eine größere Bedrohung ist, als man zunächst denkt. Bisher ist nur bekannt, dass Russel vor allem eines im Sinn hat: Er will seine Tochter finden. Die ist entführt worden, dabei ist seine Frau gestorben. Eine inhaltlich offenbar eher gradlinige Geschichte, die zudem einen massenkompatiblen, blonden Helden im Zentrum hat.
Im Spiel können wir mit Russels Knarre namens Grappler mächtige Gravitationsfelder generieren, die allerlei nützliche und interessante Effekte hervorrufen. Objekte schweben durch den freien Raum, Gegner auch. Wir können Fässer rumschleudern und beim Gegner zum Explodieren bringen oder die Lutadore einfach im Sechser-Pack hochschleudern und nacheinander abschießen.

Den Bus verpasst? Russel Davis packt einfach ein Gravitationsfeld aus und holt ihn zurück...
Alle Gebäude in der {Inversion}-Welt sind innen und außen komplett zerstörbar, also bleiben ruhige Ecken zum Verschnaufen nicht lange welche. Der Grad der Zerstörung erinnert an {Battlefield: Bad Company 2} - "und alle Gebäude kollabieren in Echtzeit", wie Matthew Karch stolz erwähnt. Die abgefallenen Gebäudeteile können sogar später als Wurfgegenstand eingesetzt werden - und zwar alle. Eine vollständig als Waffe benutzbare Welt wollen sie bauen.
Bemerkenswerter sind aber andere Ideen. Zum Beispiel die, dass sich der Bildschirm um 90 Grad drehen kann, während man spielt. Eine trippige Erfahrung, weil währenddessen nach vorne geworfenen Granaten nun nach links oder rechts unten zur Seite fliegen, was physikalisch korrekt ist, aber eben sehr anders anmutet. Die Munition ist zu einem guten Teil von der Physik abhängig und fliegt dann ebenso komisch durch die Gravitationsfelder. Zum Glück wird die Flugbahn angezeigt, sonst würden das die meisten vermutlich nicht vernünftig gecheckt kriegen.
Der Grappler hat derzeit nur Auswirkungen auf das Verhalten der Feinde, nicht auf das der beiden Helden. Obwohl technisch möglich, haben die Entwickler festgestellt, dass der Spieler es durch die damit verbundene Möglichkeit zu "fliegen" viel zu leicht hätte im Spiel zu gewinnen. Die Animationen, vor allem aber die Zerstörung von Gebäuden, wirken derzeit noch eher hölzern und sichtbar vorausberechnet. Allerdings ist {Inversion} noch in einem ziemlich frühen Entwicklungsstadium. Frühestens 2011 wird sich zeigen, wie gut es wirklich wird. Einen weiteren Klon von Gears of War wollen sie jedenfalls nicht machen. Sollten sie auch nicht.
Gamereactor Deutschland